M&A-Geschäft trotzt dem Corona-Virus

© Timur Arbaev

Trotz der weltweiten Corona-Pandemie gibt es weiterhin viel Bewegung am M&A-Markt. Dies zeigen die Zahlen des aktuellen „European Buy & Build Monitor“, der von der Beteiligungsgesellschaft Silverfleet Capital in Zusammenarbeit mit dem Informationsdienstleister Mergermarket erstellt wurde. Im ersten Halbjahr 2020 wurden 253 Add-on-Deals verzeichnet, gegenüber 387 in Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies ist einerseits ein Rückgang um rund 30 Prozent. Zugleich zeigt sich aber, dass der M&A-Markt weiter intakt ist. Dies zeigen auch die zahlreichen aktuellen Deal-Meldungen.

Die Auswirkungen der umfassenden Lockdown-Maßnahmen in ganz Europa werden bei einem Blick auf die einzelnen Quartale deutlich: Im ersten Quartal 2020 wurden 156 Add-on-Deals gemeldet,  im zweiten Quartal waren es mit  81 nur noch halb so viele. Trotz des Rückgangs der weltweiten wirtschaftlichen Aktivität wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2020 immer noch sieben Add-on-Deals mit einem Wert von mehr als 65 Millionen Euro angekündigt.

Größere Abschlüsse vor allem im TMT-Sektor

Die meisten der größeren Abschlüsse entfielen auf den Technologie-, Medien- und Telekommunikations-(TMT-)Sektor sowie den Gesundheitsbereich.  Das Volumen der getätigten Transaktionen liegt nach Angaben aus der Studie bei 1,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2020 und damit unter dem Niveau des Vorjahres (2,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019).

Obwohl die meisten Regionen im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang der Add-on-Aktivität verzeichneten, war die nordische Region in diesem Zeitraum am aktivsten. Großbritannien und Irland belegen mit 51 Add-on-Deals den zweiten Platz (gegenüber 89 Add-ons im ersten Halbjahr 2019). Es folgen DACH (32 Add-ons), Benelux (29 Add-ons) und Spanien  (20 Add-ons). Interessanterweise zeigten die Regionen DACH und Benelux  im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 eine gute Widerstandsfähigkeit bei der Anzahl der Add-ons – im Gegensatz zu Skandinavien, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Gareth Whiley, geschäftsführender Partner von Silverfleet Capital, kommentierte die Ergebnisse mit den Worten: „Das beträchtliche Niveau der Buy & Build-Aktivitäten in der ersten Hälfte dieses Jahres ist ein weiterer Beweis für die Widerstandsfähigkeit dieses dauerhaften Wertschöpfungsinstruments. Dass der TMT-Sektor in diesem Zeitraum eine Vorreiterrolle übernommen hat, dürfte angesichts der zunehmenden Abhängigkeit von digital geführten Geschäftsmodellen zur Gewährleistung von Betriebsstabilität und Leistung wenig überraschen. Wir erwarten, dass Add-ons im weiteren Verlauf des Jahres eine zentrale Rolle spielen werden“.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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