Die Zech Bau SE übernimmt gemeinsam mit der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG die Mitarbeitenden der insolventen Karrié Baugesellschaften. Nach Angaben des Insolvenzverwalters umfasst die Vereinbarung rund 320 Arbeitsplätze sowie das bewegliche Anlagevermögen. Beide Erwerbergesellschaften agieren als Tochterunternehmen der Zech Group SE aus dem Geschäftsbereich der Zech Building SE. Laut der Pressemitteilung erfolgte die Unterzeichnung für die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH bereits am 2. Januar 2026. Die Verträge für die Karrié Bau GmbH werden laut offiziellem Insolvenzplan mit Verfahrenseröffnung am 2. Februar 2026 wirksam. Der Gläubigerausschuss der Bauwerkserhaltung stimmte der Transaktion nach Angaben bereits zu. Für die Muttergesellschaft wird die Zustimmung laut Bericht am Tag der Insolvenzeröffnung erwartet. Anschließend tritt die gesamte Vereinbarung laut Mitteilung in Kraft. Götz Lautenbach von BBL äußerte sich erfreut über schnelle Umsetzung der Lösung. „Wir freuen uns sehr über die schnelle Umsetzung dieser Lösung,“ so Lautenbach. „Betriebsstandorte und alle 320 Arbeitsplätze bleiben erhalten.“ Die Übernahme sichert zudem das Fachwissen. Die neuen Eigentümer führen den operativen Geschäftsbetrieb an allen Standorten fort. Die Arbeitsplätze bleiben somit vollständig erhalten.
Hintergründe der Sanierung
Die Kanzlei BBL begleitete den Prozess laut Mitteilung durch den M&A-Experten Philippe Piscol von der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH. Nach Angaben der Beteiligten stärkt der Erwerber damit die Kompetenzen im Hochbau. Die regionale Präsenz in Deutschland wird laut Zech Building SE deutlich erweitert. Laut den Gerichtsunterlagen ordnete das Amtsgericht Mainz im Oktober 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zuvor geriet die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH laut Aktenlage in finanzielle Schwierigkeiten. Der Insolvenzverwalter führte den Betrieb laut Bericht seither ohne Unterbrechungen fort. Bestehenden Aufträge wurden laut Kanzleiangaben weiter bearbeitet und neue Projekte akquiriert. Die Karrié Bau GmbH ist laut Unternehmensprofil ein inhabergeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Mainz. Zusammen mit der Tochtergesellschaft wurde laut Geschäftsbericht zuletzt ein Umsatz von etwa 77 Mio. EUR erzielt. Das operative Geschäft erstreckt sich laut Firmenangaben über Standorte in München, Stuttgart und Hamburg. Auch Büros in Recklinghausen und Erfurt gehören laut Verzeichnis zum Firmenverbund. Die spezialisierte Bauwerkserhaltung wird integriert. Die Erwerber planen eine vollständige Integration in die bestehenden Konzernstrukturen.
Auswirkungen auf lokale Bauprojekte
Die Situation der Sanierung des Taubertsbergbad in Mainz bleibt laut Stadtwerken weiterhin ungeklärt. Das Bauvorhaben ruht nach Angaben der Betreiber seit dem Insolvenzantrag im vergangenen Herbst. Ob die neuen Eigentümer das Projekt fortführen werden, ist laut einem Sprecher derzeit Gegenstand von Verhandlungen. Die Verzögerungen führen laut den Stadtwerken zu erheblichen finanziellen Einbußen durch fehlende Eintrittsgelder. Ein Subunternehmer namens Informo musste laut Medienberichten ebenfalls Insolvenz anmelden. Die Geschäftsführerin Inga Skudiene gab an dass Karrié ihrem Betrieb hohe Beträge schulde. Laut Lautenbach ist die vollständige Befriedigung aller Insolvenzforderungen derzeit noch nicht absehbar. „Ob es gelingt, alle Insolvenzforderungen auszugleichen, ist derzeit noch nicht absehbar und muss abgewartet werden,“ erklärte der Verwalter wörtlich. Die Höhe der gesamten Verbindlichkeiten lässt sich laut Insolvenzverwaltung momentan nicht genau beziffern. Die Zech Group verfügt laut Eigenangaben über einen Auftragsbestand von 8,4 Mrd. EUR. Mit über 110 Jahren Tradition gehört das Unternehmen zu den Akteuren der Branche. Zudem wurden in den letzten Jahren laut Unternehmensangaben rund 80 Firmen integriert.





