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Stürmische Zeiten

Die Aussicht auf steigende Renditen spülte mehr und mehr Geld in deren Kassen. Inzwischen hat sich der Wind gedreht. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch die erfolgsverwöhnte Beteiligungsbranche in schwieriges Fahrwasser gebracht.

Auf dem deutschen Markt sind die Investitionen von 4 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf magere 600 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gefallen. Hauptgründe sind weggebrochene Bankkredite für Übernahmen und zu hohe Preisvorstellungen der Verkäufer. Statt neue Firmen zu kaufen, müssen Beteiligungsgesellschaften aber auch verstärkt ihren durch die Konjunkturflaute in Schieflage geratenen Portfoliounternehmen unter die Arme greifen. Um Firmen vor dem Untergang zu bewahren, wird den Investoren in manchen Fällen nichts anderes übrigbleiben, als frisches Eigenkapital nachzuschießen. Wohl dem, der noch über genügend Kapital verfügt. Zweifelsohne drohen in den nächsten Monaten Insolvenzen in so manch einem Portfolio, vor allem bei aggressiv – mit hohem Fremdkapitalanteil – finanzierten Firmen.

Ein Teil des Private Equity-Marktes wird einer Konsolidierungswelle zum Opfer fallen, ein Teil wird überleben und gestärkt aus der Krise hervorgehen. Ein natürlicher Prozess, wie ihn viele andere Branchen auch gerade durchleben. Deswegen ist es trotz der Auf und Abs von Konjunktur und Finanzmärkten wichtig für mittelständische Unternehmen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn es gibt eine Reihe gut aufgestellter Private Equity-Gesellschaften mit Fokus auf dem Mittelstand, die ihre Schützlinge mit Rat und Tat operativ voranbringen und deren Wert aktiv steigern. Sogar heute kann eine Private Equity-Finanzierung zustande kommen, vorausgesetzt, das Geschäftsmodell ist intakt, Wachstumsaussichten sind vorhanden und die Preise sind nicht zu hoch. Wichtig ist aber, dass der Unternehmer genau prüft, wer zu ihm passt, und die Spreu vom Weizen trennt.

Die vorliegende Ausgabe gibt das Rüstzeug dazu und beleuchtet die unterschiedlichen Facetten dieser Finanzierungsform. Von Nachfolgelösungen und Wachstumsfinanzierungen bis zu Management Buyouts und Buy-ins. Im Mittelpunkt steht dabei der Unternehmer, der in Form von Interviews, Fallstudien und kritischen Gastkommentaren selbst zu Wort kommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine inspirierende und Gewinn bringende Lektüre!

Markus Hofelich

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