Am 5. Dezember 2024 fand im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München der Roundtable „Unternehmervermögen“ statt. Das Event bot eine exklusive Plattform, um über die nachhaltige Anlage und den generationenübergreifenden Erhalt von Unternehmervermögen zu diskutieren. Moderiert von Markus Rieger, versammelten sich renommierte Experten, um Perspektiven, Strategien und Trends auszutauschen. Der Fokus lag auf der Frage, wie Unternehmer ihre finanziellen Werte sichern und sinnvoll für künftige Generationen bewahren können.
Zum Auftakt des Roundtable „Unternehmervermögen“ präsentierten vier renommierte Experten ihre Perspektiven zu zentralen Fragen der langfristigen Vermögensanlage in Impulsvorträgen.
Christian Janas, der bei DJE Kapital die Vermögensverwaltung verantwortet, eröffnete mit einem Blick auf „Die Märkte nach der US-Wahl“. Janas betonte die zunehmende Bedeutung aktiver Anlagestrategien angesichts volatiler Märkte. „Unsere Stärke liegt in der Reallokation. Wenn die Marktbedingungen es erfordern, passen wir unsere Strategien entschlossen an“, erklärte er, um die Wichtigkeit flexibler Ansätze zu unterstreichen. Janas hob hervor, dass Unternehmer, die langfristig planen, besonders von aktiven und strategischen Anlageansätzen profitieren. Seine Einschätzung: „Langfristige Anlagen, gepaart mit der Flexibilität, auf Marktveränderungen zu reagieren, sind ein Schlüssel zum nachhaltigen Vermögenserhalt.“
Bernhard Lerchl, bei DJE Kapital verantwortlich für das institutionelle Geschäft, ergänzte noch mit einem plastischen Beispiel: In den USA sehe man sich aufgrund des Marktsentiments aktuell auch die Mid Caps intensiver an. Vieles spreche in seinen Augen aber auch dafür, Europa im Fokus zu behalten und nicht ausschließlich auf die starken amerikanischen Werte zu setzen.



Dynamische Diskussion: Chancen und Herausforderungen
Nach den Impulsvorträgen kam es zu einer lebhaften Diskussion, in der sich die Experten und Teilnehmer zu zentralen Fragen der Vermögensverwaltung austauschten. Drei Kernthemen standen im Fokus: Diversifikation, Nachhaltigkeit und die Abwägung zwischen aktiven und passiven Strategien.
Einigkeit herrschte darüber, dass Diversifikation für den generationenübergreifenden Vermögenserhalt essenziell sei. Janas betonte die Notwendigkeit, nicht nur geografisch und sektoral, sondern auch zwischen liquiden und illiquiden Anlageklassen zu streuen. „Die Mischung macht’s. Eine strategische Allokation zwischen liquiden und illiquiden Anlagen ist entscheidend, um Risiken zu minimieren und Chancen zu maximieren“, erklärte er.
Massing ergänzte, dass gerade weniger liquide Anlageklassen wie Private Debt einen stabilisierenden Effekt auf Portfolios haben können. „Private Debt bietet nicht nur attraktive Renditen, sondern auch eine hohe Planbarkeit – das ist gerade in unsicheren Marktphasen ein entscheidender Vorteil.“
Aktiv oder passiv? Die entscheidende Frage
Besonderen Raum nahm in der Diskussion die Frage nach der Überlegenheit aktiver oder passiver Anlagestrategien ein. Karl zeigte sich kritisch gegenüber rein passiven Ansätzen: „Ein ETF mag in Boomphasen gut performen, aber in einem stagnierenden Markt versagen passive Strategien oft.“ Janas hob hervor, dass eine Kombination aus beiden Ansätzen ideal sei: „Passives Investieren kann in bestimmten Marktphasen sinnvoll sein, aber es fehlt die Flexibilität, auf Marktveränderungen zu reagieren. Deshalb bleibt aktives Management ein unverzichtbarer Bestandteil jeder nachhaltigen Strategie.“
Auch die Perspektive der Unternehmer wurde thematisiert. Einige Teilnehmer berichteten, dass diese oft zögern würden, ihre Vermögensverwaltung aktiv zu gestalten. „Unternehmer sollten ihr Vermögen mit derselben Innovationskraft und Weitsicht managen oder managen lassen, die sie in ihre Unternehmen einbringen“, betonte ein Teilnehmer.
Die Rolle alternativer Anlagen in einem volatilen Umfeld
Die Diskussion zeigte auch, dass alternative Anlagen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Andreas Thümmler, CEO der St. Kilian Distillers und virtuell zugeschaltet, brachte mit seinem Beitrag über Whisky als Investment einen besonderen Akzent in diese Debatte ein. „Whisky ist mehr als Genuss – es ist eine Anlageklasse mit beeindruckendem Wertsteigerungspotenzial. Unsere Goldmedaillen und die wachsende Nachfrage nach limitierten Jahrgängen belegen das“, erklärte Thümmler in seiner virtuellen Präsentation. Mit der Whisky Bunker AG hat er im kleinen Rahmen für Freunde und Familie eine Plattform geschaffen, über die man in Single Malt Whisky investieren kann. Der exklusive Charakter und die wachsende Nachfrage mache Whisky zu einer faszinierenden Ergänzung in alternativen Portfolios. „Whiskyfässer gewinnen mit jedem Jahr an Wert und haben Renditen, die oft über denen von Gold oder Aktien liegen“, erläuterte Thümmler. „Unsere Fässer sind nicht nur Vermögenswerte, sondern auch ein Stück Kultur und Tradition.“
Ein Teilnehmer zog Parallelen zu anderen Sachwerten wie Immobilien und Kunst: „Sachwerte haben eine wichtige Funktion in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten. Sie bieten nicht nur Schutz vor Inflation, sondern oft auch eine stabile Wertentwicklung.“
Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen im Conti Restaurant, bei dem die Teilnehmer Gelegenheit hatten, Kontakte zu knüpfen und die Diskussionen des Tages zu vertiefen.
FAZIT
Der Roundtable „Unternehmervermögen“ bot nicht nur tiefgehende Einblicke in aktuelle Marktentwicklungen, sondern präsentierte auch praxisnahe Strategien für die langfristige Vermögensverwaltung. Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, dass es keine universelle Lösung gibt, sondern dass Vermögensstrategien individuell auf die Bedürfnisse und Ziele jedes Unternehmers und jeder Familie abgestimmt werden müssen. Die Mischung aus fachlicher Expertise und innovativen Ideen machte die Veranstaltung zu einer wertvollen Inspirationsquelle für Unternehmerfamilien, die ihre Werte über Generationen bewahren möchten.







