Riedl Kunststofftechnik strebt Sanierung im Insolvenzverfahren an

Foto: © AdobeStock_VRD
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Die Riedl Kunststofftechnik und Formenbau GmbH & Co. KG hat beim zuständigen Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht ordnete daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung für das Unternehmen mit Sitz in Erding an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Marc-André Kuhne von der Kanzlei dkr kuhne dr. raith bestellt. Der Geschäftsbetrieb des spezialisierten Herstellers von Spritzgussformen läuft trotz des Verfahrens ohne Einschränkungen am Standort weiter. Nach Angaben der Kanzlei ist die Versorgung der Kunden weiterhin vollumfänglich gewährleistet. Die Stabilisierung des Betriebs wurde unmittelbar nach der Bestellung des Verwalters eingeleitet. Zum Kundenstamm des Traditionsunternehmens gehören namhafte Größen wie Rohde & Schwarz, Kermi, Schott-Glas und ThermoFisher. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter verliefen die ersten Gespräche mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten sehr konstruktiv. „Unser vorrangiges Ziel war es, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen und die hohe Qualität der Produktion aufrechtzuerhalten“, erklärt Kuhne. Die Löhne der 29 betroffenen Mitarbeiter sind bis Februar 2026 gesichert. Dies erfolgt über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit.

Ursachen der wirtschaftlichen Krise

Der wirtschaftliche Druck auf den Betrieb resultiert aus einem erheblichen Umsatzrückgang von rund 25%. Gleichzeitig stiegen die Kosten im Bereich des Werkzeugbaus massiv an. Infolgedessen rutschte das Unternehmen im Jahr 2025 tief in die Verlustzone. Laut dem vorläufigen Verwalter wird aktuell unter Hochdruck an einer langfristigen Fortführungslösung gearbeitet. Die technische Kompetenz des Betriebs gilt dabei als solide Basis für die anstehende Sanierung. Nach Angaben der Beteiligten zeichnen sich bereits konkrete Wege für eine erfolgreiche Zukunft ab.

Positive Aussichten für die Sanierung

Marc-Andre Kuhne
Marc-Andre_Kuhne

Für die Rettung des Unternehmens bestehen derzeit zwei vielversprechende Ansätze. Es gibt erste Anzeichen für eine interne Lösung durch einen Management-Buy-Out bisheriger Mitarbeiter. Parallel dazu wurde ein strukturierter Prozess zur Suche nach externen Investoren initiiert. Ziel ist die Gewinnung eines Partners für eine nachhaltige Neuausrichtung. „Ich bin optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen eine tragfähige Lösung finden werden“, so Marc-André Kuhne. Diese Lösung soll sowohl den Standort als auch die Arbeitsplätze sichern. Die Verantwortlichen blicken zuversichtlich auf die kommenden Wochen der Verhandlungen. Der gute Ruf des seit 1959 bestehenden Betriebs unterstützt die Suche nach einer Fortführungslösung. Das Unternehmen gilt in der Branche als erfahrener Experte für hochwertige Kunststoffteile. Eine Sanierung scheint aufgrund der Marktstellung und der Kundenstruktur realistisch. Die kommenden Wochen werden entscheidend für die finale Ausgestaltung des Sanierungskonzepts sein. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter bietet die aktuelle Situation eine echte Chance für einen Neuanfang. Alle Beteiligten arbeiten intensiv an der Umsetzung der identifizierten Szenarien. Die Marktpräsenz der Erdinger soll durch das Verfahren langfristig erhalten bleiben.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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