Der Sekundärmarkt für Beteiligungskapital verzeichnet laut führenden Vermittlern ein außergewöhnliches Wachstum beim Transaktionsvolumen. Nach Angaben von Jefferies erreichten die Abschlüsse im Jahr 2025 einen Gesamtwert zwischen 225 Mrd. EUR und 240 Mrd. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies laut PJT Partners einer deutlichen Steigerung gegenüber dem bisherigen Rekordwert. Laut Campbell Lutyens lag das Volumen im Jahr 2024 noch bei etwa 160 Mrd. EUR. Experten führen dies auf den Bedarf der Investoren nach Liquidität für ihre Portfolios zurück. Trotz des schnellen Wachstums bleibt der Markt laut Marktbeobachtern unterkapitalisiert. Ob sich diese Situation im Jahr 2026 verbessert, bleibt laut Evercore eine offene Frage.
Konzentration und neue Marktteilnehmer
Der Sekundärmarkt wird traditionell von einer kleinen Gruppe großer Käufer dominiert. Laut Jefferies konnten Ardian, Lexington Partners und Blackstone Strategic Partners zuletzt Fonds mit mehr als 20 Mrd. EUR Volumen schließen. Nach Angaben der Analysten nimmt der Marktanteil der größten zehn Akteure jedoch langsam ab. Dieser Wert sank laut der Untersuchung im Jahr 2025 auf nur noch 51%. Vor vier Jahren lag dieser Anteil laut dem Bericht noch um 14% höher. Neue Marktteilnehmer drängen laut Evercore vermehrt in dieses spezialisierte Segment. Dazu gehören laut dem Portal PitchBook auch klassische Buyout-Firmen mit ersten eigenen Sekundärfonds. So hat etwa Leonard Green & Partners kürzlich ein entsprechendes Angebot erfolgreich am Markt platziert. Das Volumen dieses ersten Fonds beläuft sich laut dem Unternehmen auf 3,6 Mrd. EUR. Eine weitere treibende Kraft sind laut Experten sogenannte Evergreen-Fonds für vermögende Privatpersonen.
Wachstum bei Private Credit Transaktionen
Private-Credit-Firmen verkaufen laut Jefferies in einem Rekordtempo Schuldtitel an eigene Tochtergesellschaften. Diese sogenannten Fortführungsgeschäfte erreichten laut dem Institut im Jahr 2025 weltweit einen Wert von 15 Mrd. EUR. Im Vorjahr lag dieser Wert laut der Statistik noch bei lediglich 4 Mrd. EUR. Nach Angaben von Todd Miller suchen Kreditmanager weiter nach Wegen zur Liquiditätssicherung. Viele Kredite wurden laut dem Experten ursprünglich für Leveraged Buyouts durch Private-Equity-Manager bereitgestellt. Die Rückzahlung verzögert sich laut der Analyse aufgrund des derzeit mangelnden Dealflows im Sektor. Laut Jeffrey Griffiths entscheiden letztlich die Private-Equity-Firmen über den Zeitpunkt eines Ausstiegs. Dies geschieht laut dem Fachmann in einem Umfeld mit höheren Zinsen deutlich langsamer. Crescent Capital Group schloss laut eigenen Angaben kürzlich ein Fortführungsvehikel mit 3,2 Mrd. EUR Volumen.
Strukturveränderungen und Kapitalüberhang
Das enorme Transaktionsvolumen führt laut Jefferies zu einem Rückgang des verfügbaren Kapitals. Laut Evercore liegt der Kapitalüberhang für von Investoren geführte Geschäfte derzeit bei 1,24x. Ende 2024 lag dieser Wert laut der Statistik noch bei 1,8x. Nach Angaben von Jefferies ist das verfügbare Kapital trotz Rekordsummen verhältnismäßig knapp. Dies liegt laut den Analysten an der extrem hohen Geschwindigkeit des Kapitalabflusses. Großtransaktionen nehmen laut PJT Partners an Häufigkeit und Volumen stetig zu. So hielt Vista Equity Partners Anteile an der Cloud Software Group über ein Fortführungsvehikel. Das Volumen dieser Transaktion betrug laut dem Unternehmen rund 5,6 Mrd. EUR. Auch der Verkauf von Portfolien durch Pensionskassen erreichte laut Beobachtern neue Dimensionen. Blackstone Strategic Partners kaufte laut Medienberichten Fondsanteile im Wert von über 5,5 Mrd. EUR.
Wachstumsfaktoren und Gebührenmodelle
Fortführungsvehikel helfen Managern laut Simon Saitowitz dabei, Kapital frühzeitig an die Geldgeber zurückzugeben. Dies unterstützt laut dem Rechtsexperten der Kanzlei Weil die zukünftige Einwerbung neuer Mittel. Laut PitchBook erreichten die Vermögenswerte in Evergreen-Fonds im Jahr 2025 die Marke von 500 Mrd. EUR. Diese Kapitalspritzen halfen laut Jefferies das gesamte verfügbare Kapital für Sekundärgeschäfte zu heben. Ohne Berücksichtigung von Hebeleffekten liege dieser Wert nun bei rund 300 Mrd. EUR. Sekundärfonds befinden sich laut Experten in einer besonderen Situation. Ein Mangel an Liquidität treibt das Dealvolumen an. Viele institutionelle Investoren warten laut der Analyse derzeit auf dringend benötigte Ausschüttungen. Experten beobachten die Entwicklung der Fundraising-Runden großer Anbieter.





