SNP bewältigt Coronakrise gut 

Die SNP Schneider-Neureither & Partner SE hat einen Vertrag über den Erwerb von 74,9% an der in Heidelberg ansässigen EXA AG unterzeichnet.
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Die SNP Schneider-Neureither & Partner SE (SNP), ein weltweit agierender Anbieter von Lösungen für digitale Transformationsprozesse und Datenmigrationen, hat die Corona-Krise gut gemeistert. Das geht aus dem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 hervor, der im Zuge einer Pressekonferenz veröffentlicht wurde. Der Umsatz von SNP sank leicht um 1% von 145,2 Mio. EUR auf 143,8 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) ging von 3,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 0,8 Mio. EUR im Jahr 2020 zurück. Begründet wurde dies mit Wachstumsinvestitionen und Personalaufbau um 98 auf nunmehr 1.463 Mitarbeiter. Dies EBIT-Marge liegt bei 0,6 %, nach 2,4% im Vorjahr.

SNP will 2021 wachsen

„Für die Wirtschaft war das vergangene Jahr durch COVID-19 außergewöhnlich. Und wir bei SNP haben durch den Tod unseres Gründers und CEOs Dr. Andreas Schneider-Neureither einen Schicksalsschlag verkraften müssen. Angesichts dessen sind wir mit den Zahlen für 2020 zufrieden“, so Prof. Dr. Heiner Diefenbach, CFO von SNP SE. „Deutlich positiver sehen wir hingegen den Ausblick auf die Zukunft. Wir sind bestens im Markt positioniert und deshalb auch verhalten optimistisch für das aktuelle Geschäftsjahr.“ Konkret bedeutet dies in der Prognose einen Konzernumsatz zwischen 160 und 180 Mio. EUR und eine EBIT-Marge zwischen 5 und 8 %. Beides wären recht starke Zuwächse – SNP sieht sich gut gerüstet für die weitere Entwicklung. Anlass für diese Einschätzung ist der gestiegene Auftragsbestand, der um 19,5 % auf 110,8 Mio. EUR angewachsen ist. Deswegen sei der Zuwachs im Personalbestand die richtige Entscheidung gewesen, trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie.

Partner-Netzwerk wächst überdurchschnittlich

Zufrieden mit dem Ausbau seines weltweiten Partner-Netzwerkes zeigte sich SNP-CEO Michael Eberhardt: „Wir haben das größte internationale Partner-Netzwerk für Datentransformation in der SAP-Landschaft. Dies ermöglicht uns, unsere Plattform für Datentransformation, CrystalBridge, überall in der Welt bei unseren Kunden einzusetzen und mit den Kunden-Insights immer weiterzuentwickeln“. Allein im letzten Jahr seien rund 20 neue Partnerschaften hinzugekommen. Insgesamt erwirtschaftete SNP im abgelaufenen Jahr bereits 26,2 Mio. EUR oder 18% des Umsatzsatzes mit Partnern. Der entsprechende Auftragseingang wuchs laut SNP überproportional um 26% auf 47,6 Mio. EUR.

Regionale Unterschiede beim Geschäft

Das Geschäft von SNP entwickelte sich in den insgesamt sechs Regionen sehr unterschiedlich: Der Umsatz sank in der größten Region Central Europe um 6% auf 78,4 Mio. EUR und in der Region Südostasien um 20% auf 5,3 Mio. EUR. In allen anderen Regionen wurden die Vorjahresergebnisse hingegen übertroffen: In der Region Osteuropa, Naher Osten und Afrika stieg der Umsatz um 7% auf 22,6 Mio. EUR und in der Region Lateinamerika um 14% auf 15,3 Mio. EUR. Auch in den USA stieg der Umsatz um 7% auf 14,6 Mio. EUR, während in UK & Irland ein Umsatzplus von 1% auf 7,6 Mio. EUR erzielt wurde.

Vorläufige Zahlen zum ersten Quartal 2021

SNP veröffentlichte darüber hinaus die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2021. Der Gesamtumsatz beträgt demnach 33,1 Mio. EUR nach 34,4 Mio. EUR in einem Vorjahresquartal, das noch nicht durch die Corona-Krise beeinträchtigt war. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 %. Das EBIT verbesserte sich um rund ein Drittel von minus 3,9 Mio. EUR auf minus 2,6 Mio. EUR.

Diefenbach tritt auf die Kostenbremse

SNP-CEO Michael Eberhard

Für die Zukunft kündigte SNP-CEO Eberhard an, weiter auf die Kostenbremse zu treten. Insbesondere sprach er dabei in der Pressekonferenz die Ausgaben für das Sponsoring an: „In Summe ist das zu viel, was wir tun“. Wichtige Engagements sind die Unterstützung für den Bundesliga-Club TSG Hoffenheim, den Fußball-Drittligisten Waldhof Mannheim sowie die Frauen-Basketballmannschaft SNP BasCats Heidelberg.

SNP-Verwaltungsrat wird neu aufgestellt

Anlässlich der bevorstehenden ordentlichen Hauptversammlung am 17. Juni 2021 werden drei der vier Mitglieder des Verwaltungsrates neu bestimmt. Der Vorsitzende Dr. Michael Drill und Rainer Zinow werden mit Ablauf der Hauptversammlung ausscheiden, während der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Burkhardt sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlegt.

Börse reagiert erfreut

Die Bekanntgabe der Zahlen des Jahresabschlusses wurde an der Börse positiv aufgenommen. Der Abwärtskurs der vergangenen Tage konnte – vermutlich durch die optimistischen Aussichten – gestoppt werden. Die SNP-Aktie notierte heute bei 58,30 EUR. Der Höchstkurs im April 2021 wurde am 19. April mit 60,45 EUR erreicht. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei 442,84 Mio. EUR.

SNP ist ein weltweit führender Anbieter von Software zur Bewältigung komplexer digitaler Transformationsprozesse. Mit den proprietären Software-Lösungen können IT-Landschaften schnell umstrukturiert oder in Cloud-Umgebungen migriert werden. SNP wurde 1994 gegründet, ist seit dem Jahr 2000 börsennotiert, seit August 2014 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (ISIN DE0007203705) gelistet. Seit 2017 firmiert das Unternehmen als Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE). Im November des vergangenen Jahres starb vollkommen überraschend der SNP-Gründer und langjährige CEO Andreas Schneider-Neureither.