Jingsheng Federn übernimmt Johann Vitz GmbH

Foto: © AdobeStock_VRD
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Jingsheng Federn GmbH übernimmt die Johann Vitz GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist laut offiziellen Angaben eine Tochtergesellschaft der chinesischen Hwaway Gruppe. Der spezialisierte Betrieb für Federn und Stanzteile geriet zuvor durch starke Schwankungen in der Automobilnachfrage unter Druck. Laut der Meldung des Unternehmens stellte der Spezialist Mitte November 2024 einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Die Übernahme umfasst wesentliche Vermögensgegenstände wie den Maschinenpark und die Immobilien. Nach Angaben der Beteiligten sichert dieser strategische Schritt insgesamt 195 Arbeitsplätze in Velbert. Geschäftsbereiche Stanzen und Biegen bleiben erhalten. Der Erwerb durch die chinesische Gruppe ermöglicht dem Spezialisten für Federntechnik einen Neuanfang nach der wirtschaftlichen Krise für die Zukunft.

Strukturierter Investorenprozess durch Falkensteg

Die auf Restrukturierungen spezialisierte Beratung Falkensteg begleitete den gesamten Prozess der Investorensuche. Innerhalb des M&A-Teams verantworteten die Partner Florian Weingärtner, Flavio Vogel und Felix Liebold die Verhandlungen. Sie führten nach eigenen Angaben die Ansprache geeigneter internationaler Interessenten für den Standort durch. „Das Interesse am Standort Velbert war beachtlich – die industrielle Expertise bot eine solide Basis“, sagt Florian Weingärtner. Mit dem Käufer wurde laut dem Experten ein Partner gefunden, der nachhaltig in den Markt investieren möchte. Die Finalisierung der Übernahme erfolgte laut der Mitteilung in enger Abstimmung mit dem Sachwalter.

Operative Begleitung und Neuausrichtung

Neben der Transaktion erfolgte die operative Unterstützung durch das Team von Falkensteg Operations. Unter der Leitung von Christiane Weber und Burkhard Walder optimierte die Beratung die internen Produktionsprozesse. Nach Angaben des Hauses stand der Aufbau einer zweiten Führungsebene im Zentrum der Bemühungen. „Es war entscheidend, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen und stabile Abläufe sicherzustellen“, betont Christiane Weber. Ziel dieser Maßnahmen war laut dem Beratungsunternehmen die Beschleunigung der internen Entscheidungsprozesse. Durch die konsequente Einbindung der Mitarbeitenden wurde laut dem Team die Grundlage für eine nachhaltige Neuaufstellung gelegt.

Sicherung des Standorts

Steigende Preise für Materialien und Probleme in den Lieferketten belasteten den Betrieb zuvor laut der Meldung. Zur langfristigen Sicherung der Zukunftsfähigkeit war ein Stellenabbau unvermeidlich. Der neue Investor und die Gewerkschaft IG Metall vereinbarten laut Mitteilung ein Eckpunktepapier für einen Tarifvertrag. Das Dokument sieht laut den Beteiligten eine Standortsicherung und Investitionen in Mio. EUR vor. Dirk Andres von AndresPartner führte den Betrieb als Geschäftsführer durch das Verfahren. Als Sachwalter begleitete Jens M. Schmidt von Runkel Rechtsanwälte die Sanierung. Laut dem Sachwalter war die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Sinne der Gläubiger konstruktiv. Die Fortführung des Unternehmens unter neuer Flagge gilt als wichtiges Signal für die Industrieregion Velbert.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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