Die Sun-X GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht bestellte laut einer Mitteilung den Rechtsanwalt Marc-André Kuhne von der Kanzlei dkr Kuhne Dr. Raith zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Nach Angaben des Sanierungsexperten hat sein Team bereits mit der Analyse der wirtschaftlichen Lage des Spezialisten für Solarreinigung begonnen. Der Geschäftsbetrieb des in Fraunberg ansässigen Technologieunternehmens läuft nach Aussagen der Beteiligten uneingeschränkt weiter.
Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Ein unerwarteter Liquiditätsengpass führte laut dem Unternehmen zur aktuellen Schieflage im laufenden Betrieb. Nach Angaben der Sun-X GmbH erklärten ein Hauptdarlehensgeber sowie ein weiterer Investor Anfang des Jahres überraschend den Stopp bereits zugesagter Finanzmittel. Da sich die Firma primär in einer kostenintensiven Forschungsphase befindet, war die Fortführung ohne externe Mittel laut den Verantwortlichen nicht mehr möglich. „Die wirtschaftliche Krise wurde durch externe Faktoren ausgelöst, die das Unternehmen trotz einer soliden technologischen Basis unvorbereitet getroffen haben“, erläuterte Marc-André Kuhne zur Situation. Ziel sei es nun, den Betrieb stabil zu halten und eine langfristige Lösung für die sieben betroffenen Mitarbeiter zu finden.
Technologische Ausrichtung umgestellt

Das im Jahr 2020 gegründete Startup hat sich nach eigenen Angaben auf Systeme zur Effizienzsteigerung von Photovoltaikanlagen spezialisiert. Kern des Portfolios ist laut der Sun-X GmbH ein patentiertes Schienensystem namens Sunrail sowie ein neuartiger Verschmutzungssensor. Dieser Sensor erfasst nach Angaben der Entwickler den Grad der Ablagerungen auf Moduloberflächen präzise und wertet die Daten über eine Cloud-Plattform aus. Der Geschäftsführer der Sun-X GmbH, Pascal Liebold, sagte: „Wir haben ein motiviertes Team mit herausragendem Know-how und echter Expertise.“ Laut Marc-André Kuhne verfügt das Unternehmen über eine technologisch hochinteressante Lösung für ein zentrales Problem der Erneuerbaren Energien. Der Markteintritt der neuen Sensorgeneration war nach offiziellen Angaben ursprünglich für das Jahr 2026 geplant.
Perspektiven für eine Sanierung
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter für die kommenden Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. In den nächsten Wochen wird nach Angaben von Marc-André Kuhne ein strukturierter Investorenprozess eingeleitet. Ziel ist es demnach, einen strategischen Partner für die Finalisierung der Produktentwicklung zu finden. Laut der Kanzlei Dkr Kuhne Dr. Raith machen die vorhandenen Patente und das Know-how der Belegschaft die Sun-X GmbH zu einem attraktiven Ziel für Investoren aus dem Cleantech-Sektor. „Wir sehen durchaus reale Chancen für eine übertragende Sanierung“, zeigte sich Marc-André Kuhne zuversichtlich. Die Kanzlei verfügt nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrung in der Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen in Bayern.







