Die Fachkräftelücke in Deutschland wird sich bis 2028 weiter vergrößern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Nach Angaben des IW könnten in drei Jahren rund 768.000 Fachkräfte fehlen. Die Berechnungen basieren auf einer Fortschreibung der Entwicklungen der letzten sieben Jahre und beziehen sich auf 1.300 untersuchte Berufe. Besonders betroffen sind laut IW die Verkaufsberufe. Trotz eines erwarteten Rückgangs der Beschäftigtenzahlen wird der Fachkräftemangel in diesem Bereich zunehmen. Das liegt vor allem am demografischen Wandel. Nach Einschätzung der Studienautoren könnten bis 2028 mehr als 40.000 Stellen im Einzelhandel unbesetzt bleiben. Der Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter werde immer schwieriger zu finden.
Schwierigkeiten bei Metallberufen

Im Bereich der Erziehungsberufe zeigt sich ein anderes Bild. Hier wird die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich um rund 136.400 Personen steigen. Dennoch bleibt der Bedarf an zusätzlichen Fachkräften hoch. Laut IW wird die Lücke bis 2028 auf knapp 31.000 Erzieherinnen und Erzieher anwachsen. Der vorhandene Nachwuchs reicht nicht aus, um den steigenden Personalbedarf zu decken. Alexander Burstedde, Fachkräfteexperte beim IW, weist darauf hin, dass die derzeit sinkende Zahl offener Stellen nicht über den strukturellen Fachkräftemangel hinwegtäuschen dürfe. Mehr als die Hälfte der Fachkräftelücke betreffe Berufe mit abgeschlossener Berufsausbildung. Unternehmen hätten zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Nach Ansicht von Burstedde sollte die Politik gegensteuern, indem sie die Berufsorientierung an Schulen verstärkt und gezielt über Mangelberufe sowie deren Beschäftigungs- und Karrierechancen informiert.







