DBAG investiert in Medizintechnik-Spezialisten Hipp

© Robert Kneschke_adobe_stock
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Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) übernimmt im Rahmen eines Management-Buy-outs die Mehrheit der Anteile der Hipp Technology Group. Diese wurden bisher von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Endura AG gehalten. Über den Kaufpreis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen. Der Gründer und CEO Markus Hipp bleibt weiter signifikant am Unternehmen beteiligt. Er wird die nächste Wachstumsphase des Spezialisten für Medizintechnik aktiv begleiten. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Die Deutsche Beteiligungs AG konnte die Beteiligung über das eigene Netzwerk vereinbaren. Ein breit angelegter Verkaufsprozess war laut Unternehmensangaben nicht erforderlich. Es handelt sich um die sechste Transaktion des Investors innerhalb von acht Monaten.

Fokus auf Implantologie und Robotik

Die Hipp Technology Group agiert als spezialisierter Entwicklungs- und Fertigungspartner. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Orthopädie- und Dentalindustrie. Zum Portfolio gehören Implantate und Knochenbearbeitungswerkzeuge. Zudem fertigt der Betrieb chirurgische Instrumente und Systemkomponenten für robotergestützte Operationen. Die Gruppe begleitet Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies reicht von der Prototypenfertigung bis zur sterilen Verpackung. Nach Angaben der Gesellschaft bietet das Unternehmen zudem sogenannte Dock-to-Stock Lösungen an. Neben der Medizintechnik bedient die Gruppe weitere technologisch anspruchsvolle Industrien. Dazu zählen die Luft- und Raumfahrt sowie die Halbleiterindustrie. Hier fertigt das Unternehmen Präzisionskomponenten aus anspruchsvollen Materialien wie Titan. Diese finden Anwendung in der Sensorik und in Laserbearbeitungsanlagen. An fünf Standorten beschäftigt die Gruppe rund 350 Mitarbeiter.

Strukturelle Trends treiben das Wachstum

Die Investition folgt der Strategie der Deutsche Beteiligungs AG. Der Fokus liegt auf Unternehmen in strukturell attraktiven Märkten. Der Markt für orthopädische Implantate profitiert vom demografischen Wandel. Zudem nimmt das Outsourcing durch große Hersteller stetig zu. Steigende regulatorische Anforderungen prägen das Branchenumfeld zusätzlich. Laut dem Investor ist die Hipp Technology Group hier hervorragend positioniert. Das Unternehmen verfügt über hochautomatisierte Produktionskapazitäten. Zudem besitzt die Gruppe umfassende regulatorische Expertise. Dies betrifft insbesondere Anforderungen der europäischen Medical Device Regulation. Auch Vorgaben der U.S. Food and Drug Administration werden erfüllt. „Hipp ist ein echter Hidden Champion in einem resilienten Markt“, sagt Tom Alzin, Sprecher des Vorstands der Deutsche Beteiligungs AG. Das Unternehmen liefere essenzielle Produkte für tägliche Operationen. Gemeinsam sehe man erhebliches Potenzial für die internationale Expansion. Besonders der US-Markt steht im Fokus der Strategie.

Seit der Gründung im Jahr 1993 entwickelte sich das Unternehmen stetig weiter. Aus einem spezialisierten Auftragsfertiger wurde eine international tätige Organisation. Mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter soll dieser Kurs fortgesetzt werden. Neben dem Ausbau von Kundenbeziehungen sind strategische Akquisitionen geplant. Damit sollen Technologien und die Marktpräsenz erweitert werden. „Für unsere Kunden sind Qualität und Präzision die Grundlage für Patientensicherheit“, sagt Markus Hipp. Mit der Deutsche Beteiligungs AG habe man einen Partner gefunden, der den Mittelstand versteht. Er schätze das Werteverständnis und die kurzen Entscheidungswege. Die Investition sei eine stabile Lösung für die Mitarbeiter. Das Potenzial der Gruppe soll nun weiter erschlossen werden.

Aktienkurs mit positiver Tendenz

Die Deutsche Beteiligungs AG verwaltet ein Vermögen von rund 2,7 Milliarden EUR. Der Investitionsschwerpunkt liegt traditionell auf dem deutschen Mittelstand. Seit 2020 ist das Unternehmen auch in Italien aktiv. Die Deutsche Beteiligungs AG verzeichnete in der aktuellen Handelswoche an der Börse Frankfurt eine positive Tendenz. Zu Beginn der Woche notierte das Wertpapier bei rund 25,00 EUR. Im Wochenverlauf stieg der Kurs zeitweise auf bis zu 25,45 EUR an. Zum Ende der Woche pendelte sich die Aktie bei etwa 24,75 EUR ein. Dies entspricht einer stabilen Performance trotz Marktschwankungen. Das Wertpapier wird unter der WKN A1TNUT gehandelt.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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