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Der Alpha Star-Fonds hat sich voll und ganz Small Caps aus der DACH-Region verschrieben. Fondsmanager Felix Gode über Gleichrichtung von Interessen, Hebelwirkungen und „Linientreue“. INTERVIEW FALKO BOZICEVIC

Unternehmeredition: Herr Gode, was bedeutet „Gleichrichtung der Interessen“ nach Ihrer Auslegung sowie nach Auflegung Ihrer Fonds?
Gode: Aus Sicht der meisten Anbieter sind Fonds Produkte, die Provisionen generieren. Bei Fonds großer Organisationen wie Banken haben Fondsmanager daher oft auch nur wenig Bezug zum Produkt. Bei Alpha Star verstehen wir die Fonds als Möglichkeit, gemeinsam mit allen Anlegern zu investieren. Ich selbst bin mit 100% meines Privatvermögens in den Alpha Star-Fonds investiert. Damit ist jedem Anleger klar, dass ich mein Bestes tun werde, um eine gute Rendite zu erzielen, ohne aber dabei die Risiken zu vernachlässigen. Zugleich sehen wir es als unsere Pflicht an, alle Anleger informiert zu halten. Entsprechend sind wir sehr transparent und versuchen, auf unterschiedlichen Wegen zu kommunizieren. So erhält zum Beispiel jeder Anleger ein monatliches Anlegermagazin, wir zeigen ein Live-Depot inklusive der getätigten Transaktionen oder kommentieren in Videos aktuelle Ereignisse.

Small Caps, also kleinere Unternehmen, sollen über längere Zeiträume die Big Caps outperformen. Ist das wirklich hieb- und stichfest oder nur Hörensagen?
Der sogenannte Small Cap-Effekt ist kein Hörensagen, sondern vielfach wissenschaftlich belegt und auch einfach nachprüfbar, wenn man langfristige Kursreihen von Small Cap gegen Large Cap-Indizes anschaut. Der wesentliche Grund dafür ist aus meiner Sicht, dass kleine Unternehmen dynamischer sind. Sie sind oft sehr spezialisiert – und das in wachstumsstarken Nischen. Zudem sind kleinere Unternehmen oftmals reaktions- und handlungsschneller, da sie nicht durch verkrustete Konzernstrukturen gehemmt werden. Interessant ist der Aspekt, dass sich große Investoren im Small Cap-Bereich weniger stark bewegen. Wer viele Milliarden investieren muss, hat überwiegend auch in Milliardenkonzerne zu investieren. Für uns heißt das, dass sich durch intensive Recherche und gute Informationsverarbeitung ein Wettbewerbsvorsprung herausarbeiten lässt. Das bedeutet, der Small Cap-Effekt und weniger Investorenwettbewerb verursachen zusammen sogar eine noch größere Hebelwirkung zu unseren Gunsten.

Mit Ihrer Konzentration auf die DACH-Region haben Sie einen eingeschränkten Fokus. Reicht der, um keine Anlagechancen andernorts liegen zu lassen?

Alpha Star Aktien A (WKN: HAFX64)

Wir haben einen ganz speziellen qualitativen Fokus, der eine sehr strenge Selektion vorsieht. In der DACH-Region sprechen wir von circa 1.500 börsennotierten Unternehmen. Davon kommen nach unserem Filtersystem nur die aus unserer Sicht besten 50 überhaupt infrage. In 20 bis 30 Unternehmen davon investieren wir. Wir streben danach, in die Top 2% der Unternehmen zu investieren, weshalb sich auch bei einer weiteren Fassung des Investitionsradius für uns nicht mehr und kaum bessere Chancen zum Investieren ergeben würden. Im Gegenteil: Der Fokus auf die DACH-Region ermöglicht es uns, einen besonderen Tiefgang in der Analyse zu erreichen, was dem Chance-Risiko-Verhältnis zuträglich ist. Was würde uns ein größeres Universum nützen, wenn dafür die Qualität auf der Strecke bliebe?

Wie reagiert man als Fondsmanager auf einen sogenannten Schwarzen Schwan wie aktuell die Coronakrise: Notstandsmanagement oder gar Krisenchance, wie man sie ja alle paar Jahre für lukrative Einstiege doch mal benötigt?
Nichts ist an der Börse teurer, als strategisch von der Linie abzuweichen; auch in Krisenphasen. Bei einer langfristig angelegten Value-Strategie gibt es dafür auch überhaupt keinen Grund. Bei uns heißt es daher immer, dass Rückschläge zum Nachkaufen oder für Neueinstiege genutzt werden. Dafür haben wir auch einen klar definierten Plan. Wenn es an den Märkten turbulent wird, bauen wir diejenigen Titel im Depot mit dem geringsten langfristigen Potenzial ab und kaufen diejenigen mit dem höchsten Potenzial zu. Bestehendes Cash nutzen wir darüber hinaus, um „gefallene Engel“ neu zu kaufen. Das Resul tat dieses Prozesses ist, dass wir das Portfolio in einem Crash qualitativ verbessern. So legen wir in einer Krise die Saat für künftige Überrenditen.

Schwieriges Thema Verkäufe generell: Wann veräußern Sie denn Titel, was muss dafür passieren?
Im Grundsatz sehen wir unsere Beteiligungen an Aktiengesellschaften sehr langfristig, genauso wie Unternehmer in ihren Unternehmen langfristig engagiert sind. Wir setzen auf Unternehmen mit einer hohen Wertschöpfung und gutem strukturellen Wachstum. Der Zinseszinseffekt, der dadurch auf Unternehmensebene über die Jahre entsteht, ist sehr kraftvoll – kommt aber vor allem langfristig richtig zur Geltung. Das schließt natürlich nicht aus, dass wir Beteiligungen auch einmal verkaufen, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern und wir sehen, dass sich die starke Wertschöpfung nachhaltig nicht aufrechterhalten lässt. Auch wenn die Bewertung einer Aktie aus dem Rahmen läuft, bauen wir schon einmal Positionen teilweise oder temporär vollständig ab. Wie die Börse in Crashs nach unten übertreibt, kann sie in guten Phasen nach oben übertreiben. Der große Vorteil des Aktienmarkts ist, dass man diese Übertreibungen aufgrund der Liquidität des Markts zu seinen Gunsten nutzen kann.

Herr Gode, ganz herzlichen Dank für die überaus interessanten Einblicke!


ZUR PERSON

Felix Gode ist Fonds-Advisor des Alpha Star Aktienfonds sowie des Alpha Star Dividendenfonds und setzt auf einen wertorientierten Investmentansatz, bei dem eine hohe Qualität der Unternehmen im Vordergrund steht. Gode ist mit 100% seines privaten Vermögens in den eigenen Produkten investiert. www.alpha-star-aktienfonds.de

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