Herrenmodehändler Wormland erneut insolvent

Insolvenz
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Wormland – das auf Herrenmode spezialisierte Textilunternehmen – hat beim Amtsgericht Osnabrück hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Osnabrücker Rechtsanwalt Stephan Michels bestellt.  Nach seinen Angaben soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgesetzt werden. Alle neun Filialen in acht deutschen Städten sollen vorerst geöffnet bleiben. Nach Angaben des Unternehmens beschäftigt Wormland derzeit rund 250 Mitarbeiter. Ihre Gehälter sollen für drei Monate über Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert werden. Der Sanierungsprozess werde zeitnah beginnen. Michels kündigte einen Investorenprozess an und erklärte, dass bereits erste Interessenten Kontakt aufgenommen hätten.

Wirtschaftlicher Druck auf Herrenmode

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden unter anderem mit dem veränderten Kaufverhalten der Kunden begründet. Ralf Napiwotzki, Geschäftsführer und Chief Restructuring Officer von Wormland, erklärte: „Der Fashion-Markt steht vor großen Herausforderungen, wie überhaupt der gesamte innerstädtische Einzelhandel. Aufgrund zu geringer Nachfrage steht Herrenmode derzeit unter noch größerem wirtschaftlichem Druck als die Segmente Damen- und Kindermode.“ Hinzu kämen steigende Mietkosten für die Filialen in Innenstädten. Diese könnten selbst bei hohen Umsätzen oft nicht mehr erwirtschaftet werden. Der Geschäftsführer betonte, dass Wormland nur dann langfristig bestehen könne, wenn es gelinge, die laufenden Kosten zu decken. Ein Sparkurs sei bereits eingeleitet worden.

Zweite Insolvenz seit 2024

Bereits 2024 hatte Wormland ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen. Im August desselben Jahres übernahm das Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann (L&T) das Unternehmen im Rahmen eines Insolvenzplans. L&T investierte mehrere Mio. EUR und startete erste Sanierungsmaßnahmen. Der Unternehmenssitz wurde von Hannover nach Osnabrück verlegt, um Verwaltungskosten zu senken. Mark Rauschen, geschäftsführender Gesellschafter von L&T, räumte Fehler in der damaligen Sanierung ein. Man habe zu spät erkannt, dass tiefgreifendere Einschnitte notwendig gewesen wären. Dennoch unterstützt L&T den Sanierungsprozess weiterhin mit Logistikleistungen sowie mit Know-how bei Digitalisierung und Prozessoptimierung.

Der zweite Geschäftsführer Daniel Reid, der seit rund einem Jahr im Amt ist, begleitet das Sanierungsverfahren und wird das Unternehmen anschließend verlassen. Die rechtliche Vertretung im aktuellen Insolvenzantragsverfahren übernehmen Jens Schmidt und Marion Rodine von der Kanzlei Runkel Rechtsanwälte. Wormland betreibt Filialen in Berlin, Hamburg, München, Hannover, Bremen, Dortmund, Bochum und Oberhausen. Das Unternehmen wurde 1935 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten deutschen Herrenausstattern.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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