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Nach dem wochenlangen Stillstand der Wirtschaft machen sich die Lockerungen der Beschränkungen mehr und mehr bemerkbar. Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich nach den Zahlen des aktuellen Geschäftsklimaindex weiter aufgehellt. Der Wert ist im Juni auf 86,2 Punkte gestiegen, nach 79,7 Punkten im Mai. Nach Aussagen des ifo-Instituts ist dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg. Die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen ebenfalls etwas besser beurteilt. Ihre Erwartungen machten nach den ifo-Untersuchungen zudem einen deutlichen Sprung nach oben.

Verbesserungen in allen Sektoren

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex erneut merklich gestiegen (-22,9). Dies war auf deutlich verbesserte Erwartungen der Industrieunternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wird jedoch weiterhin von einer großen Mehrheit der Unternehmen als schlecht eingestuft. Im Dienstleistungssektor hat sich die steile Aufwärtsbewegung beim Geschäftsklima im Juni fortgesetzt (-6,0). Insbesondere nahm der Pessimismus mit Blick auf das kommende halbe Jahr deutlich ab. Im Handel ist der Geschäftsklimaindex ebenfalls deutlich gestiegen (-14,2). Die Indikatoren zu Lage und Erwartung erholten sich merklich im Vergleich zum Vormonat. Gegenwärtig ist nach Einschätzung des ifo-Instituts die Stimmung im Einzelhandel weniger pessimistisch als im Großhandel. Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert (-7.5). Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat etwas besser.

Wirtschaftsweise rechnen mit „allmählicher Erholung“

„Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt“, erläutert Lars P. Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates („Wirtschaftsweise“). Die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland dürfte nach Ansicht der Experten recht nahe an dem als „ausgeprägtes V“ beschriebenen Risikoszenario liegen. Der Sachverständigenrat erwartet für das Jahr 2020 einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,5 %. Für das Jahr 2021 rechnet er mit einem positiven Wachstum von 4,9 %. Damit dürfte das BIP frühestens im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie liegen. Die Arbeitslosenquote werde in den kommenden Monaten weiter ansteigen und erst im Jahresverlauf 2021 wohl langsam wieder zurückgehen.

 

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