„Anleger sollten die Nervosität im Markt nutzen“

Unternehmeredition: Viele Indizes stehen nahe ihrer Höchststände. Mahnt das nicht zur Vorsicht?

Querg: Trotz der historischen Höchststände sind viele Unternehmen immer noch günstig bewertet. Im Vergleich zu Anleihen oder Immobilien in Städten wie München oder Frankfurt sind viele Titel günstig bewertet. Selbst eine Aktie wie Nestlé ist unserer Ansicht nach mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 immer noch nicht zu teuer. Der Konzern wächst beständig und schüttet seit Jahren hohe Dividenden aus. Anleger sollten die Nervosität im Markt nutzen, um das Portfolio aufzustocken.

Unternehmeredition: Techkonzerne wie Google, Apple und Co. erzielen hohe Renditen, haben extrem viel Cash und sind günstig bewertet. Findet hier eine Veränderung statt, was Qualität angeht?

Querg: Auch Microsoft und IBM schieben Berge von Geld vor sich her. Es gibt im Techsektor Unternehmen, bei denen sogar Value-Investoren schwach werden – auch diejenigen, die früher einen großen Bogen um diese Titel gemacht haben. Zudem nimmt der Druck der Aktionäre auf die Konzerne zu, Dividenden auszuschütten. Apple ist hierfür ein Beispiel.

Unternehmeredition: Seit der Auflage im Jahr 2003 erzielte Ihr Fonds eine Performance von 46%. Der DAX legte im selben Zeitraum rund 150% zu. Sind Sie dennoch zufrieden?

Querg: Absolut. Wichtig ist für uns Diversifikation. Wenn Sie diese Strategie verfolgen, gibt es immer Positionen im Portfolio, die nicht laufen. Hätten wir vor zehn Jahren gewusst, wie sich der DAX entwickelt, hätten wir ausschließlich deutsche Aktien und Bundesanleihen aufgenommen. Hätten wir diese Strategie verfolgt, wären wir allerdings auch erhebliche Risiken eingegangen. Als Family Office können wir diese hohen Wetten nicht eingehen. Die Ur-Idee bei den großen Kunden ist der Vermögenserhalt.


Global Family Value. Quelle: Tai-Pan