Die Eröffnungsrede von Andreas Sennheiser: Rückblick auf Vergangenes wie John F. Kennedy oder der HD 414 und Ausblick auf die Zukunft des Familienunternehmens.
Die Eröffnungsrede von Andreas Sennheiser: Rückblick auf Vergangenes wie die Berliner Rede von John F. Kennedy oder den HD 414 und Ausblick auf die Zukunft des Familienunternehmens.

Der Karrieretag Familienunternehmen führte die Teilnehmer vergangenen Freitag in die beschauliche Wedemark zu Sennheiser. Dort konnten sie die Besonderheiten eines Familienunternehmens sowohl theoretisch als auch praktisch erfahren.

Keine direkte Bahnanbindung, kaum Taxis. Wer in die Wedemark nahe Hannover fährt, ist sprichwörtlich auf dem Dorf. Hier, versteckt hinter roten Backsteinhäusern, liegt der Hauptsitz einer der bekanntesten Marken in der Hifi- und Audiobranche: Sennheiser.

Heute wird das Unternehmen in dritter Generation von den beiden Brüdern Andreas und Daniel Sennheiser geführt. In seinem Eröffnungsvortrag betonte Andreas Sennheiser die Anfänge des Unternehmens, das vom Großvater Fritz Sennheiser in einem kleinen Labor gegründet wurde. Heute würde man vermutlich vom Garagenmythos sprechen. Gleichzeitig verwies er auf die Zukunft. In einem emotionsgeladenen Promotion-Video präsentiert sich die Marke vor allem durch ihre sinnlichen Eigenschaften.

Messegespräch: Die Bewerber konnten sich mit den HR-Verantwortlichen oder Geschäftsführern direkt austauschen. (© Lukas Niggel)
Messegespräch: Die Bewerber konnten sich mit den HR-Verantwortlichen oder Geschäftsführern direkt austauschen. (© Lukas Niggel)

Mit diesem Impulsvortrag des Gastgebers begann der Karrieretag auf dem sogenannten Innovation Campus. 50 Familienunternehmen präsentierten sich dabei auf ihren Messeständen: Der Süßwarenhersteller August Storck platzierte sich gegenüber vom Sockenspezialisten Falke, der Bohrmaschinenhersteller Hilti war neben dem Keksproduzenten Bahlsen zu finden.

Die rund 650 Teilnehmer wurden im Vorfeld über ein mehrstufiges Verfahren ausgewählt. Rund zwei Drittel von ihnen waren männliche Bewerber, die meisten zwischen 24 und 34 Jahren alt, mit einem Master- oder Diplomabschluss in Wirtschaftswissenschaften oder im Ingenieurwesen. Sie konnten sich auf den Messeständen und durch Unternehmenspräsentationen über verschiedene Branchen hinweg zur jeweiligen Firmenkultur sowie möglichen Einstiegschancen informieren. Im Vorfeld wurden bereits knapp 1.000 persönliche Termine mit den HR-Verantwortlichen oder Geschäftsführern vereinbart.

Stefan Heidbreder (links im Bild) und Andreas Sennheiser beim Pressegespräch: Charakter wiegt schwerer als Fachwissen. (© Lukas Niggel)
Stefan Heidbreder (links im Bild) und Andreas Sennheiser beim Pressegespräch: Charakter wiegt schwerer als Fachwissen. (© Lukas Niggel)

Laut der Stiftung Familienunternehmen, die den Karrieretag zusammen mit dem Initiator Entrepreneurs Club zum 22. Mal veranstaltete, kommen durch den direkten Kontakt zwei bis drei Neuanstellungen pro Aussteller zustande. Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, unterstrich ein wichtiges Anforderungsprofil der Bewerber: „Ein Gramm Charakter zählt oftmals mehr als ein Kilogramm Fachwissen.“

Daneben beobachtet Andreas Sennheiser, passend zu seinem eigenen Standort, auch einen Trend weg von den Ballungsräumen. Die Bewerber selbst jedenfalls kamen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands: Eine Fahrt ins Dorf Wennebostel hatte sie jedenfalls nicht abgeschreckt.

Der Karrieretag findet immer bei einem gastgebenden Familienunternehmen statt. Im Juli 2019 wird das der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf sein.