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Unternehmeredition 2-2014

Interview mit Alexandra Hartmann, Fidelity Euro Blue Chip Fonds

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201496 Vermögen Produkt im Blick „Jetzt in den europäischen Markt einsteigen“ Fondsmanagerin Alexandra Hartmann im Gespräch über die Auswirkungen der Krim-Krise, die Bewertung europäischer Aktien und ihre weitere Einschätzung zur Entwicklung des europäischen Aktienmarktes. INTERVIEW TOBIAS SCHORR Unternehmeredition: Frau Hartmann, Sie investieren in große europäische Blue Chips. Wie wird sich die Krim- Krise auf die europäischen Aktien- märkte auswirken? Hartmann: Die Märkte reagieren un- mittelbar schon etwas nervös auf die Nachrichten aus der Region. Die eine oder andere Firma mit Geschäften in Russland ist beeinträchtigt. Am wich- tigsten wird sein, wie sich die Versor- gung mit Gas aus Russland entwickelt – davon sind aber am stärksten die skandinavischen Länder betroffen. Was macht Sie so sicher, dass es zu ei- ner weiteren gesamtwirtschaftlichen Erholung in der Euro-Zone kommt? Die Kapitalinvestitionen der Unterneh- men befinden sich relativ zum Konsum auf einem 20-Jahres-Tief, Frühindika- In welchem europäischen Land finden Sie momentan günstige Titel? Eine pauschale Aussage darüber, dass ein gewisser geographischer Markt günstig ist, kann ich nicht treffen. Ich finde aber in fast allen Märkten inter- essante Aktien, die in der Regel nicht vom Makroumfeld ihres Heimatlandes beeinflusst werden. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel aus? Mein Fokus liegt auf organischem Gewinnwachstum – ich nenne das „Wachstum von innen heraus“. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir mit Hilfe des Managements einer Firma in den gemeinsamen vierteljähr- lichen Einzelterminen sehr gut ver- folgen können, ob und inwieweit sich das Geschäft durch Treiber, die das Management größtenteils selbst be- einflussen kann, verbessert. Ich habe zudem einen Vorteil durch die Größe und hervorragende Vernetzung unse- rer Organisation. So kann ich täglich unter 25 Einzelterminen mit europäi- schen Firmen auswählen. Für eine sol- che gewissenhafte Arbeit und gründli- che Unternehmensabdeckung braucht man natürlich ein internationales Ana- lystennetzwerk im Rücken. Als Fidelity Worldwide Investment haben wir da gegenüber vielen Wettbewerbern ei- nen entscheidenden Vorsprung. So fin- de ich regelmäßig Werte mit Luft nach oben im Aktienpreis. Sind auch deutsche Aktien noch kaufenswert? Allgemeingültig kann ich das nicht be- antworten, aber in der Einzelbetrach- tung: auf jeden Fall. ZUR PERSON Alexandra Hartmann ist seit 1994 Port- foliomanagerin bei Fidelity. Sie startete als Analystin in London. Seit 2007 verantwortet sie mit großem Erfolg den Fidelity Euro Blue Chip Fonds. www.fidelity.de toren wie der Einkaufsmanagerindex sind positiv und die Banken sind wie- der adäquat mit Kapital ausgestattet. Die Kreditnachfrage nimmt zwar noch nicht spürbar zu, aber sie fällt schon weniger stark als zuvor und es gibt in sehr vielen Bereichen eine aufgestaute Nachfrage. Das alles wird meines Er- achtens zu einer Erholung führen. Ist die Finanzkrise ausgestanden oder hat sie nur eine Pause eingelegt, um dann mit voller Wucht wieder zurück- zukommen? Solange der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof der EZB in ihrer Nutzung der bestehenden Fi- nanzmarktinstrumente keinen Strich durch die Rechnung machen, sehe ich kein signifikantes Risiko dafür, dass Zinsaufschläge wieder in die Höhe schnellen könnten. Derzeit sieht es eher nach einer Kon- solidierung aus. Der DAX geriet zuletzt etwas unter Druck und die Chartsigna- le stehen eher auf Rot als auf Grün. Genau. Der europäische Markt ist letz- tes Jahr um knapp 15 Prozent angestie- gen und hat damit die Unterbewertung dieser Aktien eliminiert. Märkte prei- sen immer Erwartungen ein – manch- mal mit hoher, manchmal mit niedri- ger Zuversicht. Im Endeffekt sind die Marktteilnehmer aktuell wieder zuver- sichtlicher geworden. Die Revisionen der Gewinnerwartungen sind viel we- niger negativ als zuvor. Der Markt ver- schnauft jetzt auf diesem Niveau und wartet auf weitere positive fundamenta- le Signale. Gerade in dieser Phase sollte man in den europäischen Markt einstei- gen beziehungsweise aufstocken.

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