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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201470 Strategie tiver Finanzierungsinstrumente neue Handlungsspielräume eröffnen kann, die bislang mangels Know-how nicht in Betracht gezogen wurden. Der Fi- nanzexperte im Beirat kann den Un- ternehmer bzw. die Geschäftsführung anspornen, sich mit neuen Finanzie- rungsvarianten aktiv auseinanderzu- setzen und ggf. die erforderlichen Vor- aussetzungen dafür zu schaffen. Er ist in der Lage, die Vorteile und Nachteile aufzeigen, um Entscheidungsprozes- se voranzubringen. Und er kann den Kontakt zu Anbietern neuartiger Finan- zierungsinstrumente aufgrund seiner Marktkenntnisse herstellen. Darüber hinaus ist er eine Vertrauensperson, die möglichen Finanzierungspartnern als Garant für einen professionellen Ablauf des Finanzierungsprozesses dient. Sein Renommee ermöglicht damit den Un- ternehmen bei entsprechenden Voraus- setzungen den Zugang zu attraktiven neuen Finanzierungsformen. Ein Finanzfachmann im Beirat ist der natürliche Sparringspartner des CFO, aber auch ein wichtiger Kontakt zum Wirtschaftsprüfer. Er sollte daher zum einen etwas von Rechnungslegung und Risikomanagement verstehen. Darüber hinaus helfen Kenntnisse von unter- schiedlichen Finanzierungsinstrumen- ten und das Wissen darüber, wo sie zu bekommen sind. In kapitalmarktorien- tierten Unternehmen, die nach dem Bi- lanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) einen Finanzexperten im Aufsichtsrat haben müssen, ist auch die Erfahrung in professioneller Finanzkommunikati- on wichtig. Je nachdem, wo die spezi- fischen Herausforderungen eines Un- ternehmens liegen, eignen sich somit entweder ein erfahrener Wirtschafts- prüfer oder ein (ex) CFO als Finanzex- perte im Beirat, möglichst aus einem von der Größe, Struktur und Ausrich- tung vergleichbaren Unternehmen. Kapitalmarktorientierte Gesellschaf- ten, die aufgrund ihrer Rechtsform nicht zwingend über einen Aufsichts- rat verfügen, müssen gemäß § 324 HGB i.V.m. § 264 d HGB einen Prüfungsaus- schuss einrichten, von dem mindestens ein Mitglied ein Finanzexperte gemäß § 100 Abs. 5 AktG sein muss. Aufsichtsratsbesetzung als Teil der Investor Relations Die personelle Zusammensetzung eines Aufsichtsrats sollten kapitalmarktorien- tierte Unternehmen auch als ein Instru- ment der Investor Relations betrachten. Für viele institutionelle Investoren ist die qualifizierte Besetzung des Auf- sichtsgremiums ein wichtiges Kriterium bei ihren Portfolioentscheidungen. Sie achten in zunehmendem Maße auch da- rauf, dass ein Aufsichtsgremium mit Per- sönlichkeiten besetzt ist, die aufgrund ihres eigenen beruflichen Werdegangs über das notwendige Know-how für die- se Kontroll- und Überwachungsaufgabe verfügen. Dies sollten Unternehmen nicht gering einschätzen und in der ex- ternen Kommunikation auch die qualita- tive Zusammensetzung ihres Aufsichts- gremiums stärker herausstellen. Ein u.a. mit einem Finanzexperten qualifiziert besetzter Beirat sollte gerade auch von Familienunternehmen als Chance und Know-how-Potenzial angesehen wer- den. Mit Fachleuten zu wesentlichen Funktionsbereichen richtig zusammen- gesetzt, ist der Beirat ein strategisches Instrument zur Zukunftssicherung des Unternehmens. Damit dient er auch dazu, unternehmerisches Vermögen zu erhalten und zu mehren. Auch Famili- enunternehmen sollten sich daher mit fachlich qualifizierten Beiräten umge- ben. Umso mehr, als ein gut besetzter Beirat eine fast unschlagbar günstige Kosten-Nutzen-Relation aufweist. Die Zusammen- setzung eines Aufsichtsrats sollten kapital- marktorientierte Unternehmen auch als ein Instrument der Investor Relations betrachten.

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