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Unternehmeredition 2-2014

23Mittelstandsfinanzierung 2014 Unternehmeredition | Deutschlands nennen. Damals stell- te Friedrich August Miethe in Halle neben allerlei Kuchen und feinem Ge- bäck auch Schokolade her. Ein halbes Jahrhundert später übernahm Kondi- tormeister Friedrich David. Er setzte verstärkt auf den relativ neuen Markt der Schokolade und die einsetzende industrielle Produktion. 1896 eröffne- ten seine Söhne einen Fabrikneubau in der Delitzscher Straße. Noch heute werden dort die meisten Halloren Pro- dukte hergestellt. Gleichzeitig ist er Stamm- und Firmensitz. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Firma David Söhne eine der größten Schokoladenfa- briken in Deutschland. 1905 ging sie an die Börse. Doch der Geist der Freiheit sollte bald enden. 1933 zwangen die Nati- onalsozialisten das Unternehmen zu einer Umbenennung von David Söhne AG in Mignon AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der sozialistischen Füh- rung die privatwirtschaftliche Herstel- lung von Schokolade ein Dorn im Auge. Mignon wurde enteignet und mit einem anderen Süßwarenbetrieb zu einem Kombinat verbunden. Familie David schied komplett aus dem Unterneh- men aus. Nach der Wende wurde ihr der Betrieb erneut angeboten, doch die Familie lehnte ab. Der Zug war ab- gefahren. „Kein Wunder, wenn man so viele leidvolle Erfahrungen mit der DDR gemacht hat“, meint Lellé. Paradoxerweise fällt in die Zeit der Enteignung die Geburt des wichtigsten Kassenschlagers: der Halloren Kugel. Erdacht von Köpfen der Planwirtschaft, um den neuen sozialistischen Staat mit Pralinenersatz zu versorgen. Entspre- chend groß war die Nachfrage. Ende der 50er Jahre rollten täglich 50.000 Halloren Kugeln vom Band. „Es hätten noch viel mehr sein können“, erinnerte sich Einkaufsmitarbeiter Andreas Pat- zenhauer anlässlich des 60-jährigen Firmenjubiläums 2012. Doch die rigide Tarifpolitik ließ nicht zu, dass ein An- reiz über Löhne geschaffen wurde, die Facharbeiter blieben aus. Zudem war die Produktionstechnik veraltet. Hal- loren Kugeln waren teilweise nur über gute Kontakte zu bekommen. Zeichen der Zeit erkannt Betriebswirtschaftlich hatte dieser Zustand seine Vorteile: Über Kunden- bindung und Marketingmaßnahmen mussten sich die Mitarbeiter keine Sorgen machen. Sie wussten: Was Hal- loren produziert, wird auch verkauft. Entsprechend groß war das Selbst- bewusstsein der Stammbelegschaft. Trotz der schwierigen Jahre war die- ses Bewusstsein noch bis weit nach der Wende verankert. Dementspre- chend schwer war am Anfang Lellés Stand vor den Mitarbeitern. Denn die sollten nun unternehmerisch den- ken. „Man musste ihnen klarmachen, dass sie sich auch am Kunden und am Markt orientieren müssen und neue Zeiten anbrechen.“ Keine einfache Auf- gabe, und das für ihn, einen Wessi. Der Hauptproduktionsstandort der Hallorenkugel in Halle: Hier rollen jährlich 180 Mio. Kugeln vom Band. „Gläserne Produktion“ in Halle: Seit 2007 können Schokofans die Entstehung der Hallorenkugel hautnah verfolgen. Erweiterung der Geschmacksfamilie: Mittler- weile hat Halloren 180 Produkte im Sortiment.

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