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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201414 Bundesregierung auf den Plan gerufen Höhere Qualitätsstandards fordern Anlegerschützer derzeit auch für bör- sennotierte Genussrechte. Diese Zwit- terpapiere, die eine Art Mix aus Anleihe und Aktie darstellen und zum undurch- sichtigen Bereich des grauen Kapital- markts zählen, bieten gerade kleineren Mittelständlern sehr attraktive Finan- zierungsmöglichkeiten. Die Vorzüge der Papiere: Das bei Investoren eingesam- melte Kapital zählt in der Bilanz des ausgebenden Unternehmens zum wirt- schaftlichen Eigenkapital. Die Zinskos- ten können andererseits steuerlich gel- tend gemacht werden. Und bei Anlegern erfreuten sich die Papiere in der letzten Zeit großer Beliebtheit. Immerhin lo- cken Zinsen von durchschnittlich 7%. 2013 hat der deutsche Gesetzgeber mit dem Kapitalanlagegesetz Emitten- ten von Genussrechten bereits mehr Transparenzpflichten auferlegt. Doch im Januar 2014 rief die drohende Insol- venz des Windkraftbetreibers Prokon die Bundesregierung erneut auf den Plan. Diese hat sich bereits dafür aus- gesprochen, den grauen Kapitalmarkt weiter zu regulieren. Aus Anlegersicht durchaus vernünftig. „Andererseits würden weitere Qualitätsstandards und eine strengere Prüfung der Emissi- onsprospekte gerade für Mittelständler deutlich mehr Aufwand bei der Ausgabe der Papiere mit sich bringen“, warnt der Münchner Vermögensverwalter Ger- man Reng. Ziel neuer Vorschriften kön- ne es nicht sein, einen weiteren Wertpa- piermarkt „kaputt zu regulieren“. Damit spricht Reng das Dilemma an, in dem deutsche Unternehmen mit Finanzierungsbedarf derzeit stecken: eine Überregulierung der Aktienmärk- te einerseits, die IPOs schwierig macht. Und zu laxe Transparenzstandards für durchaus attraktive Finanzinstru- mente wie Mittelstandsanleihen oder Genussrechte. Mit der Folge, dass Pri- vatanleger ebenfalls zurückschrecken. Auswege gibt es aber. IPO im Ausland prüfen „Familienunternehmen und große Mit- telständler sollten den Gang an eine ausländische Börse durchaus prüfen“, sagt Experte Nespethal. „In den USA etwa funktionieren IPOs.“ Dort gebe es Anleger, die den Markt gut kennen. Eine Heraus- forderung für den Mittelstand ist, dass er im Umgang mit seinen Ressourcen besonders sorgfältig agieren muss. AXEL GROS Abteilungsdirektor ZA Finanzen bei Haniel 2013 konnten durchschnittliche Zeich- nungsgewinne von rund 20 % erzielt werden. Auch in Großbritannien sind Börsengänge an der Tagesordnung. Der britische Gesetzgeber fördert am Alternative Investment Market (AIM), einem Segment der London Stock Ex- change, gezielt Aktieninvestments durch Steuererleichterungen für An- leger. Und in Frankfurt gibt es derzeit Überlegungen, eine Art „neuen Neuen Markt“ für Internet- und Technologie- unternehmen ins Leben zu rufen. Wie das im Einzelnen aussehen soll, ist zwar noch nicht klar. Ein Projektteam prüfe aber bereits verschiedene Der hervorragen- de Kursverlauf hat uns dazu motiviert, die Anleihe um wei- tere 75 Mio. EUR aufzustocken. RALPH HEUWING Finanzvorstand, Dürr AG Titel Mittelstandsfinanzierung

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