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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201410 Infoblatt zu erstellen, müssen sie alle notwendigen Informationen beim Emit- tenten des entsprechenden Papiers einholen, diese auf Plausibilität prüfen, Vertriebskosten einfließen lassen und vieles mehr. „Im Falle von Aktien ist das ein enormer Aufwand, der sich für Banken mit viel Wertpapiergeschäft vielleicht lohnt“, sagt Dr. Franz-Josef Leven, Di- rektor des Deutschen Aktieninstituts (DAI) in Frankfurt. „Ein Kreditinstitut, das kaum Aktien vermittelt, betreibt diesen Aufwand aber nicht.“ Da heißt es dann: „Kauf auf eigene Verantwor- tung.“ Und da die meisten Privatanle- ger sich das nicht zutrauen, verzichten sie auf Aktienkäufe oft ganz. Fehlen jedoch Privatinvestoren, stehen auch grundsätzlich IPO-willige Unternehmen vor Problemen. „Bei Roadshows müssen dann zwei bis drei institutionelle Investoren angespro- chen werden“, sagt Experte Nespethal. Diese diktieren schnell mal den Aus- gabepreis. Zudem verlangen die Insti- tutionellen Liquidität am Markt. „Für Liquidität ist aber eine gewisse Grö- ße der Aktienemission erforderlich“, mahnt Leven. Vor allem kleineren Mit- telständlern ist der Weg an die Börse damit versperrt. Zumal die Kosten für ein IPO mit 5 bis 10% des Emissionsvo- lumens auch nicht gerade gering aus- fallen. 250 Seiten Wertpapierprospekt Nicht zuletzt hat der deutsche Gesetz- geber im Sinne des Anlegerschutzes seit 2009 sukzessive auch die Trans- parenzvorschriften für börsennotierte Aktiengesellschaften verschärft. „Was wir heute alles in einen Report schrei- ben müssen, ist schon beachtlich“, sagt init-Chef Greschner. 250-seitige Wertpapierprospekte sind mittlerweile ebenfalls üblich. „Und wenn ein Vor- stand oder ein Aufsichtsrat Aktien zu- rückkaufen will, muss er das oberhalb einer Freigrenze von ein paar Tausend Euro sofort öffentlich machen“, sagt Leven. Zum Vergleich: In den USA sind es mehrere 10.000 USD. Schlechte Zeiten also für deutsche Familienunternehmen und Mittel- ständler auf der Suche nach Eigenka- pital? „Nicht unbedingt“, sagt Leven. Immerhin hätten Private-Equity-In- vestoren und Family Offices derzeit durchaus Bedarf an Rendite verspre- chenden Investmentgelegenheiten. Die Vorzüge solcher Kapitalgeber seien auch nicht zu unterschätzen. „Immerhin spricht ein Unternehmen dabei nur mit wenigen potenziellen Anteilseignern, deren Erwartungen es kennt“, erklärt Leven. Im Vergleich zum Gang an die Börse bedeute dies eine gewisse Planungssicherheit. Doch es muss nicht immer Eigenka- pital sein. Die Zinsen für Fremdkapital bewegen sich seit mehreren Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Und bisher gibt es von Seiten der No- tenbanken keine eindeutigen Signa- le dafür, ob und wann sie ihren Kurs ändern werden. Kein Wunder also, dass Unternehmensanleihen auch in Deutschland weiterhin boomen. Nach einer aktuellen Analyse von Blättchen Financial Advisory verzeichne- Wir sehen momentan sehr wenige IPOs. PROF. ANN-KRISTIN ACHLEITNER Lehrstuhl Entrepreneurial Finance, TU München Aktien waren für mich das beste Mittel, um Eigenkapital einzuwerben. DR. GOTTFRIED GRESCHNER Vorstandsvorsitzender init AG Titel Mittelstandsfinanzierung

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