Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmeredition-2-2015 - Cash von Mitarbeitern

Claas KGaA mbH nutzt Kapital aus Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201586 Fallstudie Vermögen und unternehmerisches Denken 18 von 30 im Deutschen Aktienindex DAX notierten Konzernen nutzen das Instrument der Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Im Vordergrund stehen vor allem personalwirtschaftliche Motive. Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen eignet sich die Mitarbeiterkapital- beteiligung zum Aufbau nachrangigen Eigenkapitals. VON HOLGER GARBS Skepsis ist unbegründet, denn häufig werden Mitarbeiterkapitalbeteiligun- gen im Rahmen von stillen Beteiligun- gen organisiert, was eine Mitsprache der Belegschaft bei strategischen Un- ternehmensentscheidungen faktisch ausschließt. So auch beim Landmaschinenher- steller Claas. Dieser bündelt die ent- sprechenden Aktivitäten in einer eige- nen Gesellschaft. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 konnte die Claas Mitar- beiterbeteiligungsgesellschaft rund 36 Mio. Euro einwerben“, erläutert Peter Göth, Geschäftsführer der Claas-Mitar- beiterbeteiligungs-Gesellschaft mbH. Die Gesellschaft verfügt über die glei- che Eigentümerstruktur wie der Mut- terkonzern, steht jedoch rechtlich ne- ben ihm. „Das eingesammelte Kapital wird dem Claas-Konzern für das ope- rative Geschäft zur Verfügung gestellt. Jeder Mitarbeiter erhält eine ergebnis- abhängige Vergütung und ist somit am Gewinn des Unternehmens, aber auch am Verlust direkt beteiligt“, so Göth. Mittel zur Anwerbung Zuletzt zeigte die Tendenz zur Mitar- beiterkapitalbeteiligung im deutschen Mittelstand denn auch leicht nach oben. Begründet wird dies mit der zu- nehmenden Notwendigkeit der Unter- nehmen, gut ausgebildete Fachkräfte anzuwerben. Doch gerade bei Firmen mit dünner Personaldecke erscheint die Mitarbeiterkapitalbeteiligung auch als mittelfristige Ergänzung zum klassischen Eigenkapital durchaus sinnvoll. „Immer wieder sagen mir Mitarbeiter, dass sie sich mehr für Zahlen und Umsätze interessieren, seit sie selbst Anteile gezeichnet ha- ben“, ergänzt Peter Göth. Beteiligt auch im Verlustfall Nur über eine transparente Kommu- nikation können Potenziale erläutert, Widerstände abgebaut, aber auch fal- sche Hoffnungen vermieden werden. Denn die Beschäftigten sind nicht nur am Gewinn des Unternehmens betei- ligt, sondern im Zweifelsfall auch am W ährend Mitarbeiterbeteili- gung bei DAX- und Großkon- zernen gang und gäbe ist, bewegt sich die Zahl der deutschen Mittelständler, die ein System der Mit- arbeiterkapitalbeteiligung anbieten, fortwährend im einstelligen Prozent- bereich. Das ist erstaunlich. Denn, wie Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer des Bundesverbands Mitarbeiterbetei- ligung – AGP, zusammenfasst, „die Mit- arbeiterkapitalbeteiligung ist als Eigen- kapitalergänzung für den klassischen Mittelstand durchaus relevant. Sie dient dem sukzessiven Kapitalaufbau“. Stille Beteiligung Viele Firmen scheuen den zeitlichen und organisatorischen Aufwand, der mit der Einrichtung und Pflege eines entsprechenden Systems verbunden sei. „Dabei ist dieser vergleichswei- se klein“, unterstreicht Beyer. „Doch gerade im Mittelstand oder in Famili- enunternehmen überwiegt in vielen Fällen die Skepsis, nicht mehr Herr im eigenen Haus zu sein.“ Doch diese Foto:CLAASKGaAmbH KURZPROFIL CLAAS KGaA mbH Gründungsjahr: 1913 Branche: Landmaschinenherstellung Unternehmenssitz: Harsewinkel Umsatz 2013: 3,82 Mio. Euro Mitarbeiterzahl: Rund 11.400 (inkl. Ausland) www.claas.de Traktoren von Claas: Zu haben sind sie zwischen 72 und 530 PS.

Seitenübersicht