Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmeredition 2-2014

93Mittelstandsfinanzierung 2014 Unternehmeredition | Fallstudie tallisierte sich schließlich ein engerer Kreis von rund zehn Interessenten he- raus. Eine Zerschlagung kam von vorn herein nicht in Frage. Langfristig orientierter Investor Die richtige Lösung fand der Alteigen- tümer mit der im genossenschaftlichen Verbund verwurzelten VR Equitypartner GmbH. „Die Beteiligungsgesellschaft ist mittelstandsorientiert und langfristig fi- nanziert, so dass – anders als bei einer fondsgestützten Private-Equity-Lösung – kein zeitlicher Druck zum Weiterverkauf an einen anderen Investor aufkommt“, sagt Rohm. Das Management behält zudem seine operative Entscheidungs- freiheit. Aus Sicht der VR Equitypartner wiederum, die als zweiten Investor die zur LBBW gehörende Süd Beteiligun- gen GmbH (SüdBG) ins Boot holte, gab es ebenfalls gute Gründe für ein Enga- gement. „Duo Plast verfügt als erfolg- reicher Nischenplayer über ein starkes „Die Chemie muss stimmen“ Interview mit Dr. Christian Rohm, Vorstandsvorsitzender, Duo Plast AG Unternehmeredition: Das Management spielt bei der Nachfolgelösung von Duo Plast eine wichtige Rolle. Wie haben Sie diesen Prozess erlebt und was war Ihnen neben der langfristigen Ausrichtung der Investoren wichtig? Gleixner: Der Verkaufsprozess dauerte vom ersten Kennenlernen bis zum Closing rund zehn Monate. Diese Zeit ist von der mit viel Aufwand verbundenen kommer- ziellen, rechtlichen und finanziellen Due Diligence geprägt, die dann entscheidend für die Werteinschätzung und den Preis des Unternehmens ist. Als Managementteam bekommt man in dieser Zeit auch eine per- sönliche Sicht auf die Dinge. Wer sind die handelnden Personen? Welche konkreten Strukturen bekommen wir? Die Chemie muss stimmen. Wir hatten letztlich ein gutes Gefühl, dass wir mit den Investoren intensiv und produktiv zusammenarbeiten können. Worin lagen die größten Herausforde- rungen während dieses Prozesses? Zunächst einmal ist man über Monate hinweg neben der operativen Ar- beit, die ja weiterläuft, einer starken zeitlichen Belastung ausgesetzt. Hinzu kommt die emotionale Komponente. Denn das Management beobachtet na- türlich genau, auf wen es sich einlässt. Für den Alteigentümer und Gründer unseres Unternehmens hatte der Ver- kaufsprozess ebenfalls auch eine emo- tionale Seite. Wird das Unternehmen in die richtigen Hände kommen? Erhält er gleichzeitig einen angemessenen Preis für sein Lebenswerk? Welchen Rat können Sie aus Ihren Erfah- rungen heraus anderen Unternehmern und Managern geben? Der gesamte Prozess sollte auf jeden Fall gut und langfristig vorbereitet werden. Wenn die für die Nachfolge vorgesehene Führungsmannschaft mindestens schon drei bis fünf Jahre im Unternehmen ist, sind auch die für das Verständnis des Betriebs sowie seine Weiterentwicklung notwendigen Produkt- und Prozesskennt- nisse da. Ebenso sollten die Aufgaben möglichst gut verteilt sein, wenn der bisherige Firmenchef von Bord geht. Geschäftsmodell, das sich auch in den Krisenjahren 2009 und 2010 als äußerst stabil erwiesen hat“, sagt Geschäftsfüh- rer Christian Futterlieb. Wichtig für das künftige Wachstum seien nun der weite- re Ausbau des Technologievorsprungs und die Expansion in weitere Anwen- dungsbereiche. Nicht minder bedeutend schätzt er die Erfahrung und Kontinuität in der Unternehmensführung ein. Neben den beiden Finanzinvestoren als Mehr- heitsgesellschafter hält das Manage- mentteam um Vorstandschef Rohm nun eine Minderheitsbeteiligung am Unter- nehmen. Alteigentümer Jäger bleibt der neuen Führungsmannschaft als Berater erhalten und ist in den Aufsichtsrat ge- wechselt. „Das macht auch nach außen hin deutlich, dass die gefundene Nach- folgelösung den Vorstellungen des Grün- ders entspricht“, sagt Rohm. redaktion@unternehmeredition.de Fabrik von Duo Plast: Den Großteil der Abnehmer findet das Unternehmen in der Industrie und Landwirtschaft.

Seitenübersicht