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Unternehmeredition 2-2014

Kapitalgeber und Familienunternehmen passen doch zusammen

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201478 Strategie Annäherungsversuche Baden-württembergische Beteiligungskapitalgeber und Familienunternehmen passen besser zusammen als man zunächst glaubt. Allerdings haben viele Unternehmer immer noch Vorbehalte. Diese gilt es abzubauen. VON CLAUDIUS DARGE UND PROF. DR. CHRISTIAN MÖBIUS D ie Mehrheit aller Unternehmen in Deutschland sind mittelständi- sche Familienunternehmen, wes- halb deren wirtschaftlicher Erfolg für unser Land von zentraler Bedeutung ist. Diese Firmen weisen jedoch spezifi- sche Probleme wie die fehlende inner- familiäre Unternehmensnachfolge oder eine starke Bankenabhängigkeit auf. Private-Equity-Gesellschaften könnten für diese Themen Lösungen anbieten, doch noch immer herrschen Vorbehal- te gegenüber dem jeweils anderen Part- ner. In Baden-Württemberg gibt es aller- dings Wege der Annäherung. Besonderheiten und Konflikte Aufgrund der engen Verknüpfung zwi- schen der Unternehmerfamilie und dem Unternehmen sind bei Familien- unternehmen einige Spezifika zu be- obachten. Besonders deutlich wird dies bei der Entscheidungsfindung und der Unternehmenskultur. Stereo- typisch gelten Familienunternehmen als emotional, verschwiegen und ri- sikoavers. Finanzinvestoren werden als renditegetrieben und unsensibel charakterisiert. Familienunternehmer investieren in der Regel den Großteil ihres Vermögens in das eigene Unter- nehmen und dessen Erhalt hat für sie oberste Priorität. Hieraus resultieren eine Langfristorientierung und der Wunsch nach Unabhängigkeit. Nicht- finanzielle Ziele nehmen einen hohen Stellenwert ein. Private-Equity-Geber erwarten für deren risikobehaftete Kapitalbereitstellung eine zweistellige Rendite sowie Mitsprachemöglichkei- ten und streben den mittelfristigen Exit aus dem Unternehmen an. Diese inkongruenten Zielhierarchien bieten ausreichend Raum für Konflikte. Beteiligungsanlässe Ein klassischer Anlass für Beteili- gungskapital ist die Bilanzstrukturver- änderung. Das neu eingebrachte Eigen- kapital erhöht die Eigenkapitalquote und verbessert die Bonität des Unter- nehmens. In der Folge erschließen sich erst neue Fremdkapitalmittel und es verbessern sich deren Konditionen. Weiter ist es mittlerweile kein Geheim- nis mehr, dass der familiengeführte Mittelstand ein Nachfolgeproblem hat. Falls aus der Familie kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung steht, kann die Einbindung einer Private-Equity- Gesellschaft in den Unternehmensver- kauf eine sinnvolle Alternative sein. Bei Unternehmen in der Krise sind die ZUR PERSON Claudius Darge (l.) ist Risikomanager für Firmenkreditengagements bei der Kreissparkasse Göppingen, Prof. Dr. Christian Möbius (r.) ist Profes- sor für Finanzwirtschaft an der DHBW Karlsruhe und Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Stuttgart. www.dhbw-karlsruhe.de Das neu einge- brachte Eigen- kapital erhöht die Eigenkapitalquote und verbessert die Bonität des Unternehmens.

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