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Unternehmeredition 2-2014

Wie es weiter geht

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201472 Strategie SEPA – wie geht es weiter? Für viele Unternehmen gestaltete sich die SEPA-Umstellung schwierig. Die Einführungsfrist wurde auch deswegen verschoben. Die Firmen sollten die Zeit nutzen, um sich richtig vorzubereiten. VON WITOLD KASTIGEN S EPA – eine Umstellung, die es in sich hatte. Seit 2008 haben die Banken nur peu à peu auf SEPA umgestellt. Erst eine von der EU ge- setzlich vorgeschriebene, gleichzei- tige Umstellung in 34 europäischen Ländern mit dem verbindlichen Ter- min 1. Februar 2014 brachte – etwas zu spät – den Durchbruch. Da wun- dert es nicht, dass die Deadline von der EU im Januar 2014 in letzter Mi- nute um sechs Monate verschoben wurde. Das größte Problem lag in der Tatsache, dass 34 teilweise vollstän- dig heterogene und seit Jahrzenten in Gebrauch befindliche Zahlungsver- kehrssysteme homogenisiert werden mussten. Umstellungsrate zum 1. Februar höher als erwartet In Deutschland dürfte die Verschie- bung eher symbolischen Charakter gehabt haben, wie die jüngsten Bundes- bankzahlen zeigen. Der Anteil der SEPA- Überweisungen an allen in Deutschland aufgegebenen Überweisungen im Feb- ruar 2014 lag im Monatsdurchschnitt bei 77,85%. Im Januar lag er noch bei 58,51%. Bemerkenswert sind die SEPA- Lastschriften. Von allen in Deutschland eingereichten Lastschriften war mehr als die Hälfte SEPA-Lastschriften. Der Februar-Monatsdurchschnitt betrug lt. Bundesbank 53,40%, im Januar waren es noch 29,37% gewesen. Es ist davon auszugehen, dass viele der Unterneh- men, die im Februar noch alte Zahlungs- formate genutzt hatten, am 1. Februar bereits SEPA-ready waren, aber trotz- dem den Schalter – wie ursprünglich ge- plant – nicht umgelegt haben, da in den letzten Monaten doch einige SEPA-De- tail-Umstellungsarbeiten auf der Stre- cke geblieben sind. Sie sollten nun die geschenkten sechs Monate nutzen, um improvisierte Lösungen zu optimieren und zusätzliche Tests zu fahren, denn nicht selten wurde Software erst in letz- ter Minute ausgeliefert, und dann war sie teilweise mit Detailfehlern behaftet. Für die Unternehmen in Deutsch- land war die Umstellung kompliziert, zeitraubend und teuer. Rechtliche Fragen waren zu klären, da das SEPA- Begleitgesetz einigen Interpretations- spielraum bot. Konkret begann die Um- stellungsarbeit in den Unternehmen mit dem Anschreiben der Kunden, um das schriftliche SEPA-Abbuchungs- mandat zu erhalten. Weiter ging es mit der SEPA-Umstellung der Stammda- ten der Lieferanten und Kunden. Alle Bankdaten mussten auf IBAN und BIC umgestellt werden. Bei der Konvertie- rung, die die Unternehmen vornehmen mussten, wurden riesige Datenmengen bewältigt. Die Systeme in den Unter- nehmen laufen mittlerweile stabil. Es wird sich jedoch erst noch heraus- stellen, ob alle Banken und vor allem alle Zahlungsdienstleister wirklich an ZUR PERSON Witold Kastigen ist Senior Manager, Financial & Accounting Advisory Services bei Ernst & Young (EY). EY ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisatio- nen und bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienst- leistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Servi- ces und Immobilienberatung. www.ey.com SEPA war ein schwerer, aber längst überfälliger Weg, zu dem es jedoch keine Alternative gibt.

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