Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmeredition 2-2014

7Mittelstandsfinanzierung 2014 Unternehmeredition | Mittelstandsfinanzierung Titel Für sein Unternehmen sei der Gang an die Börse absolut richtig ge- wesen, ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt. „Dadurch haben wir heute außer Hypothekendarlehen keiner- lei Kredite mehr“, sagt er. Natürlich habe die Vorbereitung erheblichen Aufwand erfordert. „Allein die Umstel- lung der Rechnungslegung auf interna- tionalen Standard war ein Kraftakt“, weiß Greschner noch. Doch im Team mit Beratern und Konsortialbanken war alles in weniger als einem Jahr gestemmt. Seit dem 1. Januar 2003 ist das Papier der init AG im Prime Stan- dard der Deutschen Wertpapierbörse in Frankfurt gelistet, die Mehrheit der Aktien halten Familie und Mitarbei- ter. „Aktien waren für mich das beste Mittel, um Eigenkapital einzuwerben“, erklärt der Vorstand. Nur so habe er Mitarbeiter einfach am Unternehmen beteiligen können. „Zudem hat man viele Teilhaber, die aber nicht mitbe- stimmen wollen.“ Aktuell scheinen Familienunter- nehmen und größere Mittelständler Greschners Begeisterung für den Gang aufs Parkett jedoch nicht unbedingt zu teilen. „Wir sehen momentan sehr wenige IPOs“, erklärt Prof. Ann-Kristin Achleitner, Inhaberin des Lehrstuhls für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München. Die Abneigung gegenüber einem Initi- al Public Offering, einer Erstemission von Aktien also, sei aber ein generelles Phänomen und nicht abhängig von der Eigentümerstruktur. Dass Börsengän- ge für Familienunternehmen grund- sätzlich kein geeigneter Zugang zum Kapitalmarkt seien, ließe sich daraus nicht ableiten. „Im Gegenteil“, erklärt Achleitner. „Bei etwa der Hälfte der börsennotierten deutschen Unterneh- men handelt es sich um Familienun- ternehmen“, sagt sie. Sie entwickelten sich gut und nachhaltig. Uwe Nespethal von der Beratungs- gesellschaft Blättchen Financial Ad- visory in Leonberg bestätigt diese Einschätzung: „Betrachtet man die Umsatzgrößen deutscher Unterneh- men, die zwischen 2003 und 2013 an die Börse gegangen sind, so zeigt sich, dass diese im Durchschnitt deutlich unter 300 Mio. EUR lagen“, erklärt er. Das beweist, dass ein IPO nicht nur für ganz große Konzerne, sondern durch- aus auch für Familienunternehmen und Mittelständler interessant ist. Ei- nen wesentlichen Grund für die aktuel- le Zurückhaltung deutscher Unterneh- men sieht der Experte an andere Stelle: „Hierzulande fehlen ganz einfach die Privatanleger“, erklärt er. Immer weniger Börsengänge Privatinvestoren treiben in den USA, in Großbritannien und an asiatischen Börsenplätzen wie Hongkong, Singapur und Tokio die Märkte. „In Deutschland hingegen ist davon nach wie vor nichts zu merken“, sagt Nespethal. Eine aktu- elle Analyse, die Blättchen Financi-

Seitenübersicht