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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201464 Finanzierung Expertenumfrage Ingo Jacoby Der normale Bankkredit ist und war immer eine tragende Säule der Finan- zierung. Somit würde ich hier nicht von einer „Renaissance“ sprechen. Der Bank- kredit hat z.B. durch die breiten Mög- lichkeiten der Anleihefinanzierung, Mez- zaninefonds und Unitranche-Anbieter weiteren Wettbewerb bekommen und so gerade im aus Sicht des Seniors etwas ri- sikoreicheren Segment Marktanteile ab- gegeben. Die Banken holen sich zurzeit aber durch höhere Verschuldungsgrade im Senior-Bereich einen Teil dieses Seg- ments wieder zurück. Dr. Armin Schuler Der Bankkredit spielt in der deutschen Unternehmensfinanzierung unverän- dert die wesentliche Rolle, daher ist der Begriff Renaissance nicht ganz zutreffend. Fakt ist aber, dass sich das Wettbewerbsumfeld in der Mittel- standsfinanzierung unter den Banken verschärft hat. Insbesondere regionale Institute wie Sparkassen und Genos- senschaftsbanken haben ihre Präsenz noch stärker ausgebaut und legen stei- gende Volumina heraus. Oliver Rogge Viele nationale und zunehmend auch internationale Banken sehen sich als Mittelstandsbanken und sind bei die- ser Zielgruppe sehr aktiv. Auch wenn mittlerweile viele Unternehmen Inves- titionen aus dem eigenen Cashflow finanzieren, bleibt der Kredit – auch aufgrund der attraktiven Kosten für Unternehmen mit guter Bonität – eines der Hauptinstrumente innerhalb der Finanzierungsstruktur mittelständi- scher Unternehmen. Carl-Jan v. der Goltz Dies steht u.a. im Zusammenhang mit den historisch immer noch niedrigen Zinsen. Für Unternehmen ist es derzeit attraktiv, sich über Bankkredite bzw. Anleihen das notwendige Kapital zu verschaffen. Dazu kommt, dass viele mittelständische Unternehmertypen ihre Unabhängigkeit lieben, alles an- dere als gerne im Rampenlicht stehen und den Gang in die Öffentlichkeit, der zwangsweise mit einem Börsengang verbunden ist, eher scheuen als su- chen. Schließlich ist die Zurückhaltung bei der Entscheidung für einen Gang an die Börse auch in dem immer noch nicht endgültig gefestigten Vertrauen in die Finanzmärkte zu sehen. Ingo Jacoby Im „Großen“ Mittelstand kann ein Bör- sengang nach wie vor als Ausstiegs- variante für den Private-Equity-Markt interessant sein. Dies sind aber Unter- nehmen, die einen Eigenkapitalwert von mindestens 150 bis 200 Mio. EUR haben und von der Anzahl sehr begrenzt sind. Die meisten Firmen im Mittelstand sind deutlich kleiner. Die Komplexität und Kosten eines Börsengangs sowie die laufenden Kosten eines Listings stehen Warum scheint ein Börsen- gang für den deutschen Mittelstand derzeit nicht attraktiv zu sein? DR. ARMIN SCHULER Sprecher der Geschäftsführung, BWK GmbH für kleinere Unternehmen mit z.B. 30 bis 100 Mio. EUR Umsatz und einem Eigen- kapitalwert von z.B. 10 bis 50 Mio. EUR in keinem Verhältnis. Dr. Armin Schuler Wir sehen aktuell eine Welle an Börsen- gängen in den USA, die sich sukzessive nach Großbritannien ausweitet. Falls nichts Unerwartetes – das größere Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung hat – geschieht, wird dies mittelfristig dazu führen, dass sich auch das Umfeld für Börsengänge in Deutschland verbessert. Die Bewertung börsennotierter Unternehmen hat in den letzten Jahren deutlich angezogen, so dass diese Finanzierungsalternative zunehmend an Attraktivität gewinnt. Oliver Rogge Vor dem Hintergrund des günstigen Finanzierungsumfelds ist derzeit ein Börsengang für den Großteil der Unter- nehmen keine Option. Es gibt keinen Finanzierungsengpass und zur Stär- kung der Eigenkapitalseite gibt es gute Alternativen: National wie international steht eine Vielzahl an Kapitalgebern mit teils attraktiven Finanzierungskosten und flexiblen Strukturen zur Verfügung. So sind neben strategischen Marktteil- nehmern Private-Equity-Investoren und Family Offices auch an langfristigen In- vestitionsmöglichkeiten interessiert. OLIVER ROGGE Geschäftsführer, VR Corporate Finance

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