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Unternehmeredition 2-2014

35 Mio. EUR in kleinen Dosen

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201458 Finanzierung 35 Millionen in homöopathischer Dosierung Seit Herbst 2013 gibt es beim Bund einen Fonds für Mikrobeteiligungen. Zur Stärkung ihrer Eigenkapitalausstattung greifen kleinere Unternehmen kräftig zu. VON DR. MILOŠ STEFANOVIĆ W er nichts wird, wird Coach? Gerade hat das Magazin „Der Spiegel“ provokant über diese neue und wachsende Be- rufsgruppe berichtet. Meric Temucin kennt das Vorurteil. Denn der Coach ist ein ungeschütztes Berufsbild. Das will Temucin jetzt ändern. In Potsdam startet sie mit ihrer neu gegründeten Akademie Herzfeld eine Schule für Coaching-Ausbildung. Der Name „Aka- demie Herzfeld“, so die Gründerin, soll bald ein anerkanntes Gütesiegel für deren Ausbildungsqualität werden. Vertragswerkstätten von großen Au- tomarken kommen heute ohne spezielle vom Hersteller zugelassene Diagnose- technik nicht mehr aus. Andy Brandt aus Mittenwalde nutzt diesen Bedarf, um sein Unternehmen im Bereich der Renault-Vertragswerkstätten zu etablie- ren, und stützt sein heutiges Wachstum auf über 500 Diagnosegeräte, die in Kür- ze deutschlandweit bei Renault-Werk- stätten ausgetauscht werden müssen. Was haben die beiden Unternehmer gemeinsam? Sie haben ihr Eigenkapital mit Hilfe einer stillen Beteiligung des Mikromezzaninfonds Deutschland ver- stärkt und gleichzeitig die Basis für die ebenfalls erforderliche Kreditfinanzie- rung geschaffen. Sehr kleine und junge Unternehmen benötigen zu ihrer Finanzierung Eigen- kapital, quasi als „Fundament ihres Finanzierungsgebäudes“. Oft sind es Beträge zwischen 10.000 und 50.000 EUR. Gerade in dieser Größenklasse ist es für sie bislang aber besonders schwer, an klassisches Beteiligungs- kapital zu kommen und damit auch an die komplementäre Kreditfinanzie- rung. Sowohl Beteiligungsgesellschaf- ten als auch Kreditinstitute scheuen die aufwändigen Vorhabenprüfungen, wenn es sich um kleine Finanzierungs- beträge handelt. Selbst bei einer Erfolg versprechenden unternehmerischen Idee stehen dabei die Prüfungskosten in keinem positiven Verhältnis zum an- gefragten Finanzierungsvolumen. Kleine Beträge, schnelle Bearbeitung Um die Nachfrage nach Mikrobeteili- gungen zu bedienen und kleinen und jungen Unternehmen bessere Finan- zierungschancen zu ermöglichen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Herbst 2013 den Mikromezzaninfonds-Deutschland mit einem Volumen von 35 Mio. EUR aufgelegt. Er wird aus Mitteln des ERP-Sondervermögens und des Euro- päischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Die stillen Beteiligungen aus dem Fonds werden über das Netzwerk der Mittelständischen Beteiligungsgesell- schaften überall in Deutschland mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren, einer festen Vergütung von 8% p.a. und einer gewinnabhängigen Kompnen- te in Höhe von 1,5% p.a. angeboten. Neben kleinen Betrieben und Exis- tenzgründern richtet sich der Fonds auch an Unternehmen, die ausbilden, Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, Unternehmen, die von Frauen geführt werden oder von Menschen mit Mig- rationshintergrund. Auch gewerblich orientierte Sozialunternehmen und ZUR PERSON Dr. Miloš Stefanović ist Geschäftsfüh- rer der Bürgschaftsbank Brandenburg und der MBG Mittelständischen Betei- ligungsgesellschaft Berlin-Branden- burg. Sie ist eine privatwirtschaftlich organisierte Selbsthilfeeinrichtung der mittelständischen Wirtschaft und in der Hauptstadtregion tätig. Die MBG stellt ihr Beteiligungskapital für nahezu jedes Finanzierungserfordernis und ohne einen Branchenfokus zur Verfügung, wenn der Standort des Unternehmens in den Ländern Berlin und Brandenburg liegt. www.mbg-bb.de

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