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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201454 Finanzierung Zinsdeckung in diesem Zeitraum von 1,8 auf 1,3 zurück und das Verhältnis von Nettofinanzschulden zum EBITDA stieg von 4,8 auf 6,2. Auffallend ist ins- besondere die negative Entwicklung der Unternehmen, die im Jahr 2011 eine Anleihe emittiert haben. Mit 1,9 bewegte sich die durchschnittliche EBIT-Zinsdeckung dieser Unterneh- men im Jahr 2010 auf einem mit dem gesamten geregelten Markt vergleich- baren Niveau – sank allerdings bis 2012 auf 0,9. Auch die Kennzahl Net Debt/ EBITDA verschlechterte sich deutlich. Zwischen 2010 und 2012 stieg das Ver- hältnis zwischen Nettoverbindlichkei- ten und EBITDA von 5,0 auf 8,8 – ver- glichen mit einem Anstieg von 4,8 auf 6,2 unter den Emittenten am geregelten Markt insgesamt. Aufstockungen mit Auswirkungen Ein weiterer Aspekt, der bei der Bewer- tung der emittierenden Unternehmen eine wesentliche Rolle spielt, betrifft die Anleiheaufstockung. So stockten in der jüngeren Vergangenheit einige Emittenten ihre Emissionen durch die Ausgabe zusätzlicher Anleihen auf. Dies hat in der Regel merkliche Auswir- kungen auf die Entwicklung relevanter Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote und damit auf die Unternehmensbeur- teilung durch die Ratingagentur. Nicht selten zieht die Aufstockung einer be- stehenden Anleihe eine Herabstufung nach sich, da sich die zusätzlichen Fi- nanzverbindlichkeiten negativ auf den Verschuldungsgrad auswirken und zu einer stärkeren Belastung der Ertrags- situation führen. Kritisch ist in dieser Hinsicht festzustellen, dass die Rating -agentur und der Kapitalmarkt nicht immer frühzeitig informiert werden, ob, wann und zu welchen Konditionen die Maßnahmen erfolgen sollten. Klare Kommunikation ebnet den Weg Die Finanzierung über die mittelstän- dischen Anleihemärkte wird sich langfristig nur dann etablieren, wenn adäquate Vorgaben für die Kommu- nikation der Emittenten vorliegen. Si- cherlich existieren inzwischen strenge Transparenzanforderungen, die einen hinreichenden Austausch von Infor- mationen mit den Kapitalmärkten er- möglichen. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Finanzkommunikation bei Anleiheemittenten aus dem mittelstän- dischen Segment Defizite zu erkennen gibt. Insbesondere nach der Anleihe- emission wissen manche Emittenten nicht durch eine stringente Kommu- nikation zur Entwicklung des Unter- nehmens und des Geschäftsmodells sowie eine transparente Darstellung der Finanzkennzahlen zu überzeugen. Folglich gestaltet sich die Früherken- nung von strukturellen Problemen in einzelnen Fällen schwierig. Die Unter- nehmen, die sich an die Kapitalmärkte begeben wollen, sind somit gefordert, eine adäquate und vor allem kontinu- ierliche Finanzkommunikation zu ge- währleisten. Ausblick Der geregelte Markt für Mittelstands- anleihen wird eine wertvolle Alterna- tive der Unternehmensfinanzierung bleiben. Creditreform Rating geht da- von aus, dass die Nachfrage nach einer Finanzierung über die Anleihemärkte auch im Jahr 2014 rege sein wird. Die Emissionstätigkeit wird sich 2014 aller Voraussicht nach auf einem vergleich- baren Niveau bewegen können wie 2013. Dennoch werden die Jahre 2014 und 2015 für das Mittelstandssegment zwei wichtige Jahre, da die Tilgungs- und Refinanzierungsphasen noch be- vorstehen. Ausfälle können ungeachtet aller Transparenzanforderungen und Bonitätsprüfungen auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden. Die Finanzierung über die mittel- ständischen Anleihemärkte wird sich lang- fristig nur dann etablieren, wenn Vorgaben für die Kommunikation der Emittenten vorliegen. Eigenkapitalquote (in %) 2009 2010 2011 2012 Geregelter Markt 19,1 21,4 14,7 15,6 Emittenten 2010 26,6 22,2 17,9 15,2 Emittenten 2011 21,8 21,1 11,7 15,3 EBIT Zinsdeckung Geregelter Markt 1,1 1,8 1,7 1,3 Emittenten 2010 1,5 2,1 1,1 1,6 Emittenten 2011 1,5 1,9 0,9 0,9 Nettoverbindlichkeiten Geregelter Markt 4,6 4,8 4,3 6,2 Emittenten 2010 5,5 5,8 3,1 4,6 Emittenten 2011 4,6 5,0 4,3 8,8 Entwicklung ausgewählter Kennzahlen am geregelten Markt Quelle: Creditreform

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