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Unternehmeredition 2-2014

Alternative im Finanzierungsmix

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201452 Finanzierung Alternative im Finanzierungsmix Der geregelte Markt für Mittelstandsanleihen befindet sich nach ersten Ausfällen im Reifeprozess. Er wird auch in Zukunft eine Alternative der Unternehmensfinanzierung bleiben. Wichtig ist dabei jedoch eine adäquate Informationspolitik der Emittenten. VON DR. BENJAMIN MOHR S eit der Finanzkrise gibt es eine verstärkte Mittelaufnahme über die Anleihemärkte bei mittelgro- ßen Unternehmen. Gestützt wird diese Entwicklung insbesondere durch das Entstehen eines geregelten Marktes für mittelständische Anleihen. Seit 2010 bie- tet sich Unternehmen die Möglichkeit, über Börsensegmente wie den Entry Standard in Frankfurt oder den Bondm in Stuttgart Fremdkapital im Zuge einer Anleiheemission aufzunehmen. An den mittelständischen Anleihemärkten sind bis Ende 2013 106 Anleihen von 95 Un- ternehmen begeben worden. Unter den Emittenten befinden sich vor allem Un- ternehmen der deutschen Industrie und der Konsumgüterbranche. Insgesamt wurden Anleihen mit einem nominalen Emissionsvolumen von rd. 4,92 Mrd. EUR emittiert. Das durchschnittliche Emissionsvolumen beträgt 91,4 Mio. EUR (Median 30 Mio. EUR). Insgesamt verfügen 90,6% der Anleiheemitten- ten über die Beurteilung einer Rating- agentur. Die große Mehrheit der Ra- tings stammt von Creditreform Rating (71,7%). Indessen ist der durchschnitt- liche Zinskupon von 7,0% im Jahr 2010 auf 7,5% 2013 gestiegen. Risikokonzentration im Bereich Erneuerbare Energien Von den seit 2010 am geregelten Markt notierten 95 Anleiheemittenten sind bis 2013 insgesamt elf Unternehmen ausge- fallen – vier Unternehmen im Jahr 2012 und sieben 2013. Das nominale Emissi- onsvolumen der 13 betroffenen Anlei- hen beläuft sich auf insgesamt 531 Mio. EUR. Mit Zamek kam 2014 ein weiterer Ausfall hinzu, so dass sich das Emissi- onsvolumen der ausgefallenen Anlei- hen auf 576 Mio. EUR oder 11,7% des gesamten Nominalwerts erhöhte. Ein Blick auf die ausgefallenen Unterneh- men verdeutlicht eine branchenspezi- fische Risikokonzentration. Unter den zwölf ausgefallenen Anleiheemittenten befinden sich acht Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Ener- gien. Dabei waren vor allem die Adjus- tierung des deutschen Fördersystems und deren Folgen in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar und erfassten den Markt weitestgehend unvorbereitet. Die Photovoltaik-Unternehmen neh- men in dieser Hinsicht einen beson- deren Stellenwert ein. Die Ausfälle der Unternehmen getgoods.de sowie hkw Personalkonzepte werden dagegen unter Einbeziehung der Staatsanwalt- schaft untersucht. Reihe von Herabstufungen Im Verlauf des Jahres 2013 hat Credit- reform Rating eine Reihe von Herabstu- fungen vorgenommen, wobei diesen Veränderungen qualitative – vor allem aber quantitative – Faktoren zugrunde lagen. Die differenzierte Untersuchung der Finanzkennzahlen zeigt, dass sich die Situation im Hinblick auf die finanzi- elle Risikotragfähigkeit der Emittenten im Jahr 2012 merklich eingetrübt hat. Die Emittenten weisen eine rückläufige Ertragskraft und Eigenkapitalisierung sowie eine Verschlechterung bei den Kennzahlen der Schuldendienstfähig- keit auf. So sank die durchschnittliche Gesamtkapitalrendite der Emitten- ten von 6,4% im Jahr 2010 auf 4,5% im Jahr 2012 und die EBIT-Marge von 5,0 auf 3,5%. Gleichzeitig ging die EBIT- ZUR PERSON Dr. Benjamin Mohr ist Chefvolkswirt bei der Creditreform Rating AG. Er befasst sich insbesondere mit der Analyse der Finanzierungsmärkte und der konjunk- turellen Entwicklung in Deutschland und Europa. Creditreform Rating ist bei der ESMA als europäische Ratingagen- tur registriert und bietet Ratings für Unternehmen, Anleihen und struktu- rierte Finanzierungen an. www.creditreform-rating.

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