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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201444 Finanzierung spannend, was noch an Einzelheiten zu den Liquiditätsvorschriften und an weiteren Regulierungen kommen wer- de. Die von der EU-Kommission geäu- ßerte Kritik an dem hohen Anteil von Bankkrediten bei Unternehmensfinan- zierungen und die darauf aufbauende Forderung nach mehr Kapitalmarkt- finanzierung sieht er kritisch: „Die klassische Mittelstandsfinanzierung inkl. Bankkrediten darf keinesfalls ge- schwächt werden.“ Investitionsneigung zieht an Auch die Commerzbank reklamiert für sich, mit einem Kreditwachstum ihrer Mittelstandsbank von 6% (inkl. Großkun- den) 2013 Marktanteile gewonnen zu ha- ben. Es geht um individuelle Lösungen; beispielsweise richtet sie sich mit der sogenannten „Borrowing Base“ an Kun- den mit stark schwankenden Saisonver- läufen und an stark wachsende Firmen. „Seit ein paar Monaten spüren wir in Gesprächen mit unseren Firmenkun- den, dass die Investitionsneigung sich verstärkt hat“, sagt Klaus Windheu- ser, Geschäftsbereichsleiter Financial Engineering in der Mittelstandsbank. Nach wie vor gebe es eine große Sen- sibilität in Bezug auf Krisen wie etwa aktuell der in der Ukraine. Insgesamt sieht auch er statt eines Engpasses ein „Überangebot“ an Finanzierungs- möglichkeiten – „zurzeit ein optimaler Markt für Unternehmen hinsichtlich der Preis- und anderer Kreditkonditio- nen“. Wer sich noch nicht vorsorglich eingedeckt habe, solle sich 2014 noch überlegen, sich auf Basis der historisch niedrigen Zinsen Liquidität beispiels- weise über einen Konsortialkredit für drei bis fünf Jahre zu sichern – denn 2015 könnten die Zinsen wieder anstei- gen. Einen weiteren Zinsrückgang hält er für unwahrscheinlich. Unternehmen: Hohe Eigenmittel Von einer guten und günstigen Kredit- versorgung spricht auch der Verband Die Familienunternehmer – ASU. „Die Unternehmen sind zudem seit Jahren dabei, sich von den Banken unabhängi- ger zu machen und ihre Investitionen vermehrt aus Eigenmitteln zu finanzie- ren“, sagt Verbandspräsident Lutz Goe- bel. „Bei unseren jüngsten Umfragen kam heraus, dass 58% der befragten Unternehmen ihre Investitionen zu 41 bis 100% aus Eigenmitteln finanzieren.“ Für die bisherige Investitionsscheu sieht er zwei Hauptgründe: die Euro- schuldenkrise und die Unsicherheiten aus der Energiepolitik. Die Regulierun- gen – insbesondere Basel III – bedeu- teten für die Zukunft eine Verteuerung insbesondere langfristiger Finanzie- rungen. Und er weist auf eine Unge- rechtigkeit in der Finanzierung von Un- ternehmen und Staat hin, denn durch die strengere Eigenkapitalunterlegung bei den Banken seien Unternehmens- kredite teurer. „Sogar Finanzminister Schäuble hat diese Benachteiligung kürzlich angesprochen und gesagt, künftig sollten auch Staatsanleihen mit Eigenkapital zu unterlegen sein.“ FAZIT Der starke Wettbewerb der Kreditinsti- tute kommt dem deutschen Mittelstand zugute – er hält die Zinsen niedrig und sorgt für einen guten Zugang zu Kredi- ten. Daran dürfte sich auch 2014 wenig ändern. Die Auswirkungen von Basel III dürften vorerst noch sehr begrenzt bleiben, und deutlich steigende Kapital- marktzinsen sind nicht in Sicht. Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 gesamt + 16,4 + 7,8 - 26,5 - 1,5 nach Laufzeiten kurzfristig + 17,2 + 6,5 - 23,7 - 5,9 mittelfristig - 0,3 + 0,1 - 0,6 + 0,2 langfristig - 0,5 + 1,2 - 2,3 + 4,2 Kredite der Banken an inländische Unternehmen und Selbstständige (Veränderung je Quartal, in Mrd. EUR) Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 kurzfristig 294,9 301,4 187,8 180,2 mittelfristig 176,5 176,6 173,1 173,6 langfristig 922,7 924,0 922,0 927,2 Kreditbestand der Banken an inländische Unternehmen und Selbständige (jeweils zum Quartalsende, in Mrd. EUR) Quelle: Statistik der Deutschen Bundesbank, Q=Quartal Quelle: Statistik der Deutschen Bundesbank, Q=Quartal Die Unternehmen sind seit Jahren dabei, sich von den Banken unabhängiger zu machen und ihre Investitionen vermehrt aus Eigenmitteln zu finanzieren. LUTZ GOEBEL Verbandspräsident, Die Familienunternehmer − ASU

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