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Unternehmeredition 2-2014

43Mittelstandsfinanzierung 2014 Unternehmeredition | Finanzierung Schulz. „Die Ausfallrisiken sind sehr niedrig, wir haben kaum Abschrei- bungsbedarf, und die Mittelstands- finanzierung ist auf Anbieterseite regelrecht in Mode. Zumindest Unter- nehmen mit einer guten Geschäftssto- ry und guten Zahlen bekommen leicht Kredit.“ Eine anziehende Investitions- tätigkeit werde sich allerdings nicht 1 zu 1 in einer höheren Kreditnach- frage widerspiegeln. „Aufgrund ihrer hohen Innenfinanzierungskraft haben es viele Unternehmen schlicht nicht nötig, neue Kredite aufzunehmen“, so Schulz. Das alles in allem magere Neukre- ditvolumen ist also ist kein Zeichen für einen Engpass, sondern ein Spiegelbild der Investitionszurückhaltung und der guten Liquiditätspolster und Erträge vieler Unternehmen. Es gibt allerdings auch Unternehmensgruppen, die es etwas schwerer haben, an Kredite zu kommen. Da sind die sehr jungen Un- ternehmen ohne erprobtes Geschäfts- modell und die sehr kleinen Unterneh- men mit Umsätzen unter 1 Mio. EUR und außerdem die Unternehmen in sehr schwankungsanfälligen und tra- ditionell eher schwach kapitalisierten Branchen. Ein weiteres Hemmnis kann eine ungelöste Nachfolgefrage in inha- bergeführten Familienunternehmen sein, wie DSGV-Experte Schulz erklärt. Hier sei es wichtig, frühzeitig die Wei- chen für eine Lösung zu stellen. Beim Zinsniveau hat sich seit Anfang 2013 kaum etwas verändert, es ist wei- terhin extrem günstig. Unternehmen können Kredite für rund 3% und weni- ger bekommen; im Zusammenspiel mit Förderkrediten zum Beispiel der KfW liegen die Konditionen sogar deutlich unter dieser Marke. Die Rahmenbedin- gungen und der scharfe Wettbewerb der Kreditinstitute sprechen weiterhin für niedrige Zinsen auch im weiteren Jahresverlauf. Guter Kreditzugang Auch Volker Stolberg vom Bundesver- band der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) berichtet von einer insgesamt über alle Bankengrup- pen hinweg schwachen Firmenkredit- nachfrage, die sich in den letzten Mo- naten allerdings leicht erhöht habe. „Insbesondere die Erweiterungsinves- titionen ziehen an“, so Stolberg. Die Volks- und Raiffeisenbanken weisen in den letzten Jahren deutlich über dem Markt liegende Wachstumsraten auf – sie weiteten ihre Kreditvergabe an nicht-finanzielle Firmenkunden und Selbstständige um 4,1% aus, während der Gesamtmarkt um 0,5% schrumpfte. Und sie blieben 2013 Marktführer, was die Zahl der neu zugesagten KfW-Mit- telstandsförderkredite angeht. Wie gut der Kreditzugang für die meisten Unternehmen ist, zeigt auch die monatlich berechnete Kredithür- de des Münchner Ifo-Instituts, die im Februar auf ein Rekordtief von 18,6% fiel. Allerdings berichteten kleinere Unternehmen mit 22,7% deutlich häu- figer von einer restriktiven Kreditver- gabe als mittlere (17,3%) und größere (13,8%). „Es kommt darauf an, dass das Geschäftsmodell schlüssig und zukunftsfähig ist“, sagt Stolberg. „Bei Schwierigkeiten sollte das Unterneh- men frühzeitig Kontakt mit seiner Bank aufnehmen, um gemeinsam eine Lösung zu suchen. Offenheit und Transparenz sind wichtig in Kreditge- sprächen.“ Stolberg rechnet für 2014 aufgrund verstärkter Investitionen mit einer leicht steigenden Kreditnachfrage. Eine Beeinträchtigung der Kreditver- gabe durch die strengere Regulierung gemäß Basel III sieht er in diesem Jahr noch nicht. Es bleibe allerdings Seit ein paar Monaten spüren wir in Ge- sprächen mit unseren Firmenkunden, dass die Investitionsneigung sich verstärkt hat. KLAUS WINDHEUSER Geschäftsbereichsleiter in der Mittelstandsbank der Commerzbank Entwicklung der EK-Quoten (%) 2010 2011 2012 Kleinunternehmen (Umsatz 0 bis 1 Mio. EUR): 11,4 13,5 15,4 Mittelunternehmen (Umsatz 1 bis 50 Mio. EUR): 20,9 21,8 23,6 Mittelstand insg. (Umsatz 0 bis 50 Mio. EUR): 16,9 18,4 21,0 Großunternehmen (Umsatz über 50 Mio. EUR): 29,7 30,2 30,9 Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV) Mittelständler und Großunternehmen im Vergleich

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