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Unternehmeredition 2-2014

Niedrige Zinsen sorgen für gute Finanzierungssituation

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201442 Finanzierung Heile Finanzierungswelt Die Niedrigzinsphase hält immer noch an, viele Banken würden gerne mehr Kredite vergeben: Für mittelständische Unternehmen ist die Finanzierungssituation zurzeit sehr gut. Dennoch ist die Kreditnachfrage eher zurückhaltend, weil viele Unternehmen Investitionen und anderes von innen heraus finanzieren können. VON BERND FRANK ren andere die Kreditvergabe zurück. Nach Zahlen der Bundesbank gaben auch 2013 Auslandsbanken, Großban- ken und Landesbanken (Stichwort „Deleveraging“) weniger Kredite an Unternehmen und Selbstständige aus. Sparkassen und Kreditgenossenschaf- ten dagegen haben zugelegt. Inzwi- schen gilt das Firmenkreditgeschäft wieder als wichtiges Standbein, als ein relativ risikoarmes Geschäft. Komfor- tabel für die Unternehmen: Sie können sich – eine zumindest befriedigende Bonität vorausgesetzt – den Kreditge- ber auswählen und angesichts des in- tensiven Wettbewerbs auch gute Kon- ditionen aushandeln. Kapital ist genug da: Angesichts der guten Lage, in der sich die deutsche Wirtschaft im Ver- gleich zum übrigen Europa befindet, fließen Kapitalströme in den „sicheren Hafen“ Deutschland. Dennoch ist die Kreditnachfrage der Unternehmen eher schwach, viele Kreditinstitute berichten, sie würden gerne mehr Darlehen vergeben. So führt auch die „Diagnose Mittelstand 2014“, eine Studie des Deutschen Spar- kassen- und Giroverbands (DSGV), die schwache Investitionstätigkeit in den Jahren 2011 bis 2013 als einen Haupt- grund dafür an – allerdings mit Aus- sicht auf Besserung. „Nachdem 2013 der untere Wendepunkt vollzogen wur- de, wird die Entwicklung 2014 deutlich Fahrt aufnehmen.“ Sparkassen mit Plus im Neugeschäft Die Sparkassen berichten aus ihrem Bereich von einem nochmals leicht D er deutsche Mittelstand war sel- ten in einer so guten Finanzie- rungssituation wie heute. Die Unternehmen konnten aus ihrer guten Ertragslage heraus auch im vergange- nen Jahr ihr Eigenkapital weiter aufsto- cken und werden dies aller Erwartung nach auch 2014 tun. Sie haben Kapital- polster aufgebaut, müssen also etwa für Investitionen nicht immer neue Kredite aufnehmen. Einige haben sich in den Jahren 2011 bis 2013 die sehr günstigen Zinsen bereits mit langfristi- gen Krediten gesichert. In Gesprächen mit der Bank haben die meisten Firmen aufgrund der guten Ertragslage eine günstige Verhandlungsposition. Und: Mittelstandsfinanzierung ist in der Ban- kenbranche wieder „in“, der Wettbe- werb um gute Kunden ist groß. Steigende EK-Quoten Viele Mittelständler stehen heute bi- lanziell gut da. Die Eigenkapitalquote wurde kontinuierlich weiter erhöht – im Median von 16,9% (2010) auf 18,4% (2011) und auf 21,0% (2012). Dieser Aufwärtstrend hält nun schon seit gut zehn Jahren an. In diesem Jahr dürfte die Quote erneut ein Stück höher lie- gen. Dabei gilt tendenziell nach wie vor: Je größer das Unternehmen, umso höher im Durchschnitt die EK-Quote – und umgekehrt. Kleine Unternehmen sind also unterdurchschnittlich mit EK ausgestattet, haben aber gleichwohl in den letzten Jahren aufgeholt. Während Sparkassen und Volks- banken auch in der Krise ganz bei ih- ren Mittelstandskunden blieben, fuh- Die Lage ist im Moment aus Sicht der Unternehmen geradezu luxuriös. DR. HOLGER SCHULZ Deutscher Sparkassen- und Giroverband gestiegenen Neugeschäft im Jahr 2013. Sparkassen und Landesbanken zusam- men vergeben nach eigenen Angaben 42,8% aller Unternehmenskredite (ge- messen am Kreditvolumen, inkl. Kredi- te an größere Unternehmen). „Die Lage ist im Moment aus Sicht der Unternehmen geradezu luxuriös“, sagt DSGV-Mittelstandsexperte Dr. Holger

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