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Unternehmeredition 2-2014

Interview mit Arndt Kirchhoff, Kirchhoff Holding

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201434 „Unternehmen haben sich wetterfest gemacht“ Der Automobilzulieferer Kirchhoff finanziert seine Expansion vor allem aus dem Cashflow und über Schuldscheindarlehen. Der geschäftsführende Gesellschafter Arndt Kirchhoff im Gespräch über die Russland-Krise, alternative Finanzierungsmodelle und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. INTERVIEW TOBIAS SCHORR Unternehmeredition: Herr Kirchhoff, als Automobilzulieferer sind sie inter- national tätig. Wie sehr fürchten Sie die Krise auf der Krim? Herr Kirchhoff: Im Moment belastet sie uns noch nicht. Allerdings spielt sie eine große Rolle, vor allem dann, wenn der GAU eintritt und wir wieder zwei Fronten in Europa bekommen. Das ist das, was wir uns nicht vorstellen wollen. Das Geschäft in Russland läuft insgesamt eher zäh. Das liegt zum ei- nen am Rechtssystem und an den wirt- schaftlichen Beziehungen, wie man sie in Russland pflegt. Doch haben wir uns damit arrangiert. Von Sanktionen halte ich nichts, da wir die Russen ansonsten weiter in den Osten treiben. Wie ist das Jahr 2014 für Ihre Gruppe angelaufen? Eigentlich ganz gut. In den vergangenen Jahren lief es bereits in Nordamerika und Asien sehr stabil. Noch lahmt das Geschäft in Europa etwas. Europa ist nur noch der drittgrößte Automarkt. China ist seit Herbst 2013 der größte, gefolgt von Nordamerika. Dennoch ist Europa für uns wichtig. Denn wir haben Kapazitäten in Westeuropa, die ausge- lastet werden wollen. Wie stark expandieren Sie? Wir haben weltweit 40 Standorte. Zwei bis drei neue kommen jedes Jahr dazu. Zuletzt haben wir im Norden von China in Shenyang und in Texas Werke eröffnet. Der starke Auslandsanteil drückt sich auch in Ihrer Mitarbeiterzahl aus. Richtig. Von unseren 11.000 Mitarbei- tern arbeiten 2.000 hierzulande. Im Markt ist momentan sehr viel Liquidität vorhanden. Für ein solven- tes Familienunternehmen wie Ihres ein paradiesischer Zustand ... Auf deutschem Boden ist die Finanzie- rung in der Tat kein Problem. Das liegt vor allem daran, dass sich die Unter- nehmen während und nach der Finanz- krise wetterfest gemacht haben. Alle hatten Angst vor der Kreditklemme. Der Mittelstand hat sofort geschaltet und getreu dem Motto „Cash ist King“ versucht, mehr Geld zu generieren, Lager abzubauen und die Eigenkapital- quote mit den Möglichkeiten der Innen- finanzierung zu erhöhen. Das hat man in den vergangenen Bilanzen gesehen und das wird sich in der Bilanz von 2013 auch wieder zeigen. Im Schnitt erhöh- ten die Unternehmen ihre Eigenkapital- quote um 10 Prozentpunkte. Früher war sie die Schwäche, die die Banken be- klagten. Jetzt haben die Unternehmen viel Geld und die Banken würden ger- ne mehr Kredite vergeben. Doch jetzt finanzieren wir uns erst einmal selbst. Dann spielt Basel III für Sie also keine Rolle? In Deutschland ist das für uns kein Thema. Im Ausland gilt dies allerdings nicht. Dort ist das Kreditgeschäft um einiges schwieriger. Allerdings finan- zieren wir viele Töchter von Deutsch- land aus über einen Schirm in Form von Schuldscheindarlehen oder Krediten. In der Gruppe können wir diese so mitfi- nanzieren. Wie sind Sie denn finanziert? Wir haben im Ausland Basis-Bankenkre- dite. Hauptsächlich finanzieren wir uns jedoch über Schuldscheindarlehen. Das hat den Vorteil, dass wir keine Sicherhei- ten bieten, allerdings Governance-Krite- rien akzeptieren müssen. Für uns ist die- se Form der Finanzierung die günstigste. Unternehmerwelt Entscheider im Gespräch ZUR PERSON Arndt Kirchhoff ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Kirchhoff Holding und Geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe. Seine Karriere begann er 1983 als Leiter der Auftragsabwick- lung der Deutschen Babcock Werke. Kirchhoff engagiert sich in zahlreichen Verbänden und Ausschüssen. Die Gruppe erwirtschaftet einen Umsatz von rund 1,6 Mrd. EUR und beschäftigt rund 11.000 Mitarbeiter. www.kirchhoff-gruppe.de

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