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Unternehmeredition 2-2014

Interview mit Thomas Treß, BVB-Finanzvorstand

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201430 Unternehmerwelt Entscheider im Gespräch „Am Ende ist man den Aktionären verpflichtet“ Der BVB-Finanzvorstand Thomas Treß über Börsengänge von Fußballvereinen, den sportlichen Erfolg von Borussia Dortmund und die Aussicht, die Bayern vom Thron zu stoßen. INTERVIEW TOBIAS SCHORR Unternehmeredition: Herr Treß, Sie sind ein Fan zeitgenössischer Kunst. Ziehen Sie diese privat dem Fußball vor? Herr Treß: Zum Fußball bin ich gekom- men wie die Jungfrau zum Kind. Ich war Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und hatte mit Fußball überhaupt nichts zu tun. Die Tätigkeit bei Borussia Dort- mund hat mich insoweit verändert, als ich vom Fußball infiziert wurde. Aber im privaten Umfeld dominiert die Kunst. Dortmund ist in das Viertelfinale der Champions-League eingezogen. Was erwarten Sie denn für dieses Jahr? Bislang haben wir gut abgeschnitten und unsere Planziele international sogar übertroffen. Also wäre es kein Genickbruch, wenn Sie ausscheiden würden? Über die Gruppenphase hinaus pla- nen wir den sportlichen Erfolg grund- sätzlich nie ein. Das ist eine Erkennt- nis der Vergangenheit. Damit sind wir bislang gut gefahren. Das vergangene Geschäftsjahr war mit einem Gewinn von rund 50 Mio. EUR extrem erfolgreich. Wie läuft es in diesem Jahr? Geplant war für dieses Jahr ein Ergeb- nis im einstelligen Millionen-Euro-Be- reich. Diese Prognosen sind mittler- weile etwas überholt. Es ist sportlich besser gelaufen als wir dachten. Kon- kreter kann ich nicht werden. Im vergangenen Jahr lief es vor allem auch deshalb so gut, weil Spieler wie Mario Götze verkauft wurden. Richtig. Mehr als 50 Mio. EUR nah- men wir durch den Verkauf von Spie- lern ein. Darüber hinaus waren wir mit dem Einzug in das Champions- League-Finale auch sportlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich. 2005 war der BVB nahe der Insolvenz. Was haben Sie damals veranlasst, um das Ruder herumzureißen? Ende 2004 bin ich mit der Aufgabe, ein Sanierungskonzept zu erstellen, an- getreten. Im ersten Schritt haben wir eine Gläubigervereinbarung geschlos- sen. Im Wesentlichen ging es damals um ein Stillhalteabkommen in Form eines Zins- und Tilgungsmoratoriums. Das war sicher nicht einfach. In der Tat: Zunächst mussten wir Transparenz schaffen und ein Kon- zept erarbeiten, das den Verein aus der Krise herausführt. Dieses musste die Gläubiger überzeugen. Wichtig war, dass auch der Stadionfonds sei- ne Zusage gab. Nach langen Verhand- lungen bekam Borussia Dortmund so die Lizenz für die Spielzeit 2005/2006. Wir kauften uns damals Zeit, etwa 18 bis 24 Monate. In dieser Zeit muss- ten wir die Kader-Kosten deutlich drücken, die Finanzen restrukturie- ren, die Organisation optimieren und alle Geschäftsfelder neu ausrichten. Dortmund hatte damals ein Umsatz- volumen von 78 Mio. EUR und Finanz- schulden von knapp 200 Mio. EUR. Das war kaum zu stemmen. ZUR PERSON Thomas Treß ist Geschäftsführer der Borussia Dortmund Geschäfts- führungs-GmbH, Komplementärin der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Er ist verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Organisati- on sowie Marketing. Davor war er Prokurist, Generalbevollmächtigter und Equity-Partner bei Rölfs WP Partner AG. www.bvb.de

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