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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201416 Im Überblick Welches Instrument für welches Unternehmen? BÖRSENGANG Börsengänge eignen sich für wachstumsstarke Unternehmen. Bei den Vor- haben, die mit dem eingeworbenen Eigenkapital finanziert werden sollen, handelt es sich meist um interne oder externe Wachstumsprojekte wie die Erweiterung von Geschäftsfeldern, die Entwicklung neuer Produkte, Zukäufe oder Expansionen, bisweilen auch ins Ausland. Die Kosten für ein Initial Public Offering (IPO) belaufen sich auf etwa 5 bis 10% des Emissionsvolumens. Für sehr kleine oder stark verschuldete Unternehmen kommt ein Börsengang daher nicht infrage. Allerdings spielt die Unternehmensgröße eine weniger wichtige Rolle als oft vermutet: Studien haben gezeigt, dass die durchschnitt- liche Bilanzsumme von IPO-Unternehmen bei 30 Mio. EUR liegt. Weiterhin sollte die Firma vor dem Börsengang rentabel sein und möglichst über eine Eigenkapitalquote von mindestens 20% verfügen. Da je nach Börsensegment und -standard hohe Transparenzpflichten erfüllt werden müssen, ist ein IPO nur für Unternehmen machbar, die die personellen Ressourcen haben, um alle Anforderungen an Investor Relations zu erfüllen. Eine Rechnungslegung nach internationalen Standards ist nur im General Standard und im Prime Standard der Frankfurter Börse Pflicht. IPOs sind nur für Aktiengesellschaften möglich. UNTERNEHMENSANLEIHEN Von klassischen Unternehmensanleihen, auch Corporate Bonds genannt, ist ab einem Emissionsvolumen ab etwa 300 Mio. EUR die Rede. In der Regel werden sie bei institutionellen Investoren platziert und richten sich, wenn überhaupt, nur zu einem sehr kleinen Teil an Privatanleger. Über solche Anleihen werben Unternehmen Fremdkapital ein, meist um große Wachstumsvorhaben oder Übernahmen zu finanzieren. Da ein externes Rating sowie ein Wertpapierpros- pekt benötigt werden und die Platzierung nur mit einem Bankenkonsortium möglich ist, ist die Emission eines Corporate Bonds teuer. Daher und aufgrund des Emissionsvolumens werden Unternehmensanleihen von großen Mittel- ständlern und Familienunternehmen mit Umsätzen ab 300 Mio. EUR begeben. Eine bestimmte Rechtsform ist nicht vorgeschrieben. MITTELSTANDSANLEIHEN Mittelstandsanleihen funktionieren genau wie klassische Unternehmensanlei- hen, lediglich die Emissionsvolumina sind erheblich kleiner. Eine gute Mindest- größe liegt bei rund 20 Mio. EUR. Unter dieser Marke lässt sich kein vernünf- tiges Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen. Aufgrund der kleineren Losgrößen können auch mittlere Unternehmen mit Umsätzen von etwa 90 Mio. EUR solche Anleihen emittieren. Genutzt wird das eingeworbene Fremdkapital für Investitionsvorhaben aller Art. Varianten, bestätigt Andreas von Bre- vern von der Gruppe Deutsche Börse. „Nicht zuletzt wird sich auch das Segment für Mittelstandsanleihen halten“, ist Nespethal überzeugt. „Es finden derzeit Bereinigungen statt, aber der Markt wird sich bewähren.“ Immerhin wurde trotz aller Ausfälle in den ersten Monaten dieses Jahres ein Volumen von über 250 Mio. EUR über Aufstockungen platziert. Init-Chef Gottfried Greschner macht sich darüber keine Gedanken. „Der Emis- sionspreis unserer Aktie lag bei 5,10 EUR“, weiß er noch. Aktuell notiert das Papier um die 23 EUR. Die Dividenenrendite, die init-Aktionäre bekommen, liegt bei etwa 3,5%. „Das ist doch kein schlechtes Ge- schäft“, sagt Greschner. Und einen Bör- sengang würde er – Überregulierung hin oder her – auch heute wieder wagen. redaktion@unternehmeredition.de Titel Mittelstandsfinanzierung Was ist Ihre Meinung zum Thema Mittelstandfinanzierung? Diskutieren Sie mit uns auf Facebook! http://ue-mag.de/facebook Familienunterneh- men und große Mittelständler sollten den Gang an eine ausländi- sche Börse durchaus prüfen. UWE NESPETHAL

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