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Unternehmeredition 2-2014

| Unternehmeredition Mittelstandsfinanzierung 201412 te der deutsche Markt für Corporate Bonds im Jahr 2013 ein Volumen an Neuemissionen von gut 71 Mrd. EUR. 2012 waren es über 75 Mrd. „In diesem Markt spielen große Familienunterneh- men eine sehr wichtige Rolle“, sagt Ka- pitalmarktexperte Nespethal. Das ist nicht erst seit gestern so. Die Franz Haniel & Cie. GmbH mit Sitz in Duisburg hat ihren ersten Bond bereits im Jahr 2009 begeben. Lange Zeit nutzte das alteingesessene Fami- lienunternehmen den Kapitalmarkt le- diglich, um Tochtergesellschaften und Beteiligungen an die Börse zu bringen. So hält Haniel etwas mehr als 30% der stimmberechtigten Aktien an der Me- tro-Gruppe und 50,3% des Grundkapi- tals der TAKKT AG. Doch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise stellten sich Fragen: Was passiert, wenn sich der Bankenmarkt strukturell verän- dert? Wie muss eine Finanzierung aussehen, wenn das Unternehmen in andere Regionen expandiert? Und wie lassen sich größere Vorhaben fi- nanzieren, wenn man sich nicht in die Abhängigkeit einzelner Investoren be- geben will? Kommunikationsstrategie komplett umgestellt „Die Antwort darauf war für uns eine Unternehmensanleihe“, sagt Axel Gros, Abteilungsdirektor ZA Finanzen. Der erste Bond, den Haniel begab, be- lief sich auf ein Volumen von 1 Mrd. EUR und war mit einem Zinskupon von 6,5% ausgestattet. „Was uns zugu- te kam, war, dass wir uns schon fast zehn Jahre zuvor um externe Ratings gekümmert hatten“, sagt Gros. Auch wurde bereits seit einiger Zeit ein soge- nanntes „Medium Term Note“, ein Bör- senzulassungsprospekt für Anleihen, jährlich aktualisiert. Das Unternehmen hatte diesen genutzt, um mittelfristi- ge Schuldverschreibungen in einem Kreis von Privatinvestoren zu platzie- ren. Obwohl die ersten Kapitalmarkt- erfahrungen damit schon gemacht waren, bedeutete die Umstellung der Rechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) eine erhebliche Herausforderung. „Vor allem aber mussten wir unsere ge- samte Kommunikationsstrategie um- stellen“, erinnert sich Gros. Denn ein Unternehmen, das eine Anleihe plat- ziert, aber nicht über Aktien-Research verfügt, sollte Anleger mit transparen- ten Informationen versorgen. Haniel kommt seiner Pflicht unter anderem durch regelmäßige Analystengesprä- che und Investor Calls nach. Das Beispiel zeigt: Nicht nur die Emission eines Corporate Bond ver- schlingt finanzielle Mittel, auch die Kosten für Folgepflichten muss ein Unternehmen einplanen. „Damit das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt, soll- te ein Unternehmen schon Anleihen im Wert von mindestens 20 Mio. EUR begeben“, sagt Nespethal. Dabei sollte der Verschuldungsgrad im Vergleich zum EBITDA nicht höher liegen als ein Faktor von vier. Sprich: Liegt die Netto- verschuldung nach der Emission eines Damit das Kosten-Nutzen- Verhältnis stimmt, sollte ein Unter- nehmen Anleihen im Wert von mindestens 20 Mio. EUR begeben. UWE NESPETHAL Partner bei Blättchen Financial Advisory Börsengänge in den vergangenen Jahren in Deutschland Quelle: Blättchen Financial Advisory Titel Mittelstandsfinanzierung

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