Wie Unternehmer ihr Geld anlegen

Reden über ihre Geldanlage: Timo Burger, Hermann Weiffenbach, Klaus Hammelbacher und Wolfgang Schmidt-Gorbach (v.l.).
Reden über ihre Geldanlage: Timo Burger, Hermann Weiffenbach, Klaus Hammelbacher und Wolfgang Schmidt-Gorbach (v.l.).

Geht es um Geldanlage, steht für Unternehmer die Investition in das eigene Unternehmen meist ganz oben. Dass diese allerdings nicht ausreicht, sollte klar sein. Gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist es eine Herausforderung, sein Geld richtig anzulegen. Vier Firmenchefs erklären ihre Strategie – und dass sogar Reisen wertsteigernd sein können.  


Regelrecht abgezockt

Timo Burger/Burgi's GmbHDer klassische Mittelständler behandelt seine Vermögensanlage und Altersvorsorge eher stiefmütterlich. Ein Grund dafür ist, dass viele das Vertrauen in die Banken verloren haben. Ich kenne Unternehmer in meinem Bekanntenkreis, die regelrecht abgezockt wurden und der Altersarmut entgegensehen. Zudem fehlt vielen die Muße, sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Geld in die eigene Firma zu investieren, ist für mich immer noch die beste Anlageform. An zu viel Eigenkapital ist noch niemand pleite gegangen! Niedrige Fixkosten (auch privat), Bankenunabhängigkeit, motivierte Mitarbeiter und eine starke Marke werfen die besten Renditen ab. Meine eigene Altersversorgung sichere ich durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse auf der Basis von Lebensversicherungen ab. Mein Ziel ist, nachfolgende Generationen nicht mit meiner Altersrente zu belasten. Ich hoffe, mir gelingt dies.

Timo Burger, Geschäftsführer Burgi’s GmbH


Niedrige Zinsen gefallen uns nicht

Hermann Weiffenbach/Enchilada Franchise GmbHDie beste Form der Kapitalanlage ist für mich die Investition in die eigenen Firmen. Wir achten sehr auf solides Wirtschaften und nachhaltiges Wachstum. Deshalb werden wir unsere Strategie, die Gewinne zu reinvestieren, beibehalten. Für diesen Kurs gibt es auch gute Gründe: Die Enchilada Franchise GmbH wächst jährlich zweistellig, und für die Expansion wünschen wir uns unternehmerische Freiheit und dafür brauchen wir ein finanzielles Polster. Es ist ein schönes Gefühl, ohne Schulden und Fremdkapital expandieren zu können.

Trotzdem: Die niedrigen Zinsen und die Schwierigkeiten einiger Banken in Europa gefallen uns natürlich nicht. Zum einen brauchen wir als Gastronomie-Unternehmen mit Franchise-System eine stabile Wirtschaftslage. Zum anderen haben wir aktuell kaum Möglichkeiten, Unternehmensüberschüsse einigermaßen lukrativ anzulegen.

Hermann Weiffenbach, Gründer und Geschäftsführer Enchilada Franchise GmbH


Der Mix macht’s

Klaus Hammelbacher/Maintal-Konfitüren GmbHEine Geldanlage für Unternehmer sollte ebenso wie das Unternehmen langfristig und sicher angelegt sein. Daher ist ein Mix aus geschlossenen Immobilienfonds, Aktienfonds, eine betriebliche Altersvorsorge und eigener Grundbesitz die sicherste Geldanlage. Eine gute Geldanlage ist daneben die Investition in immaterielle Güter. Reisen in fremde Länder und Kulturen erweitern nicht nur den Horizont, sondern machen den Kopf wieder frei für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Bei Reisen durch Afrika oder Asien stellt man immer wieder fest, wie zufrieden und glücklich die Menschen oft sind, auch wenn sie wenig besitzen. Zuhause stellt sich dann eine innere Gelassenheit ein in dem Bewusstsein, in welcher politischen Stabilität, Gewaltfreiheit und materiellen Sicherheit wir hier leben dürfen. Wenn von der Reisekosteninvestition genügend Mittel im Land verbleiben, damit dort langfristig Strukturen entstehen, ist das Kapital gut angelegt.

Klaus Hammelbacher, Geschäftsführer Maintal-Konfitüren GmbH


Aus Sympathie für Unternehmen

Wolfgang Schmidt-Gorbach/optegra GmbH & Co. KGVom Steuerberater wird erwartet, dass er sich neben den typischen Beratungsaufgaben auch in Geldanlagen auskennt, dass er seine Ersparnisse in gewiefte steueroptimierte Anlagen steckt. Was mache ich für meine persönliche Vermögensanlage daraus? Ein beachtlicher Teil meines Vermögens steckt wie bei vielen anderen Unternehmern auch im Unternehmen selbst. Die Grundlage meiner Altersvorsorge übernehmen das Versorgungswerk der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und eine Direktversicherung zu gleichen Teilen. Den verfügbaren Restbetrag investiere ich in Aktienfonds und zum kleinen Teil in Direktanlagen in Aktien. Dies aber mehr aus Sympathie für die Unternehmen als zur Vermögensmehrung. Immobilien und Immobilienfonds, steueroptimierte Geldanlagen, Edelmetalle? Fehlanzeige. Für Vermögensanlagen, die eine intensivere zeitliche Befassung benötigen, will ich nur wenig Zeit aufbringen. Warum ich meine Vermögensverwaltung nicht in fremde Hände gebe? Darüber werde ich nachdenken.

Wolfgang Schmidt-Gorbach, Partner, optegra GmbH & Co. KG