Setzt weiterhin auf Aktien: Christoph Bruns (© privat)
Setzt weiterhin auf Aktien: Christoph Bruns.

Warum Aktien, trotz des jüngsten Kurssturzes, alternativlos sind und Anlegern ein aufregendes Jahr bevorsteht, erklärt Christoph Bruns, Fondsmanager und Inhaber der LOYS AG.

Unternehmeredition: Herr Bruns, die Märkte sind momentan verunsichert. Woran liegt es?


Christoph Bruns: Ein Thema ist China: Nach 25 Jahren strammen Wachstums besteht die Sorge, dass dieses künftig geringer ausfällt. Fünf bis sechs Prozent Wachstum sind jedoch Raten, von denen wir hierzulande weit entfernt sind. Unsicherheit kommt auch aus den USA: Aufgrund des niedrigen Ölpreises leidet die dortige Ölindustrie. Auch die Schwerindustrie hat zu kämpfen. Dazu kommen der diffuse Wahlkampf und die Notenbank, die die Leitzinsen das erste Mal nach sieben Jahren erhöht hat und diese noch dreimal erhöhen will.

Dennoch sind Sie für Aktien optimistisch. Warum?

Weil es keine Alternative gibt. Wir erleben eine dramatische Veränderung. Der positive Habenzins wurde in den vergangenen zehn Jahren abgeschafft. Das ist eine tektonische Verschiebung, die in den Portfolios der Anleger noch nicht angekommen ist. Lebensversicherungen, Bausparverträge oder Festgeldkonten: Keine dieser Anlagen wirft etwas ab, wenn es keine Zinsen mehr gibt. Wer Chancen nutzen will, sollte Aktien kaufen, und zwar in Korrektur- und nicht in Jubelphasen.

Wie sollten denn Unternehmer momentan ihr Geld anlegen?

Schon aus Gründen der Differenzierung sollten Unternehmer ihr Geld nicht ausschließlich in das eigene Unternehmen stecken. Mich wundert es, dass so wenige Unternehmer Aktien halten. Entscheidend ist, weltweit dabei zu sein. Eine globale Aktienanlage ist die Königsdisziplin. Zudem sollte die Anlage konservativ betrieben werden. Wir setzen etwa auf Unternehmen, die einen hohen Cashflow haben und deren Geschäftsmodell etabliert ist.

Was ist wichtig bei der Fondsauswahl?

Der Fonds sollte nicht ständig in andere Hände gegeben werden. Denn dann ändert sich auch der Stil. Wichtig ist auch, dass der Fondsmanager eigenes Geld investiert, damit die Interessen gleich gerichtet sind.