Mit ihren Tiefkühlprodukten gehört die Kadi AG in der Schweiz zu den führenden Foodservice-Marken. Mit neuen Produkten im Bereich Fingerfood hat sie in den vergangenen Jahren auch Innovationskraft bewiesen. Seit der Finanzierung einer Nachfolgeregelung für den früheren Inhaber durch ein Management Buy-out (MBO) sind die von der Beteiligungsgesellschaft ECM verwalteten Fonds Mehrheitsgesellschafter. ECM setzt auf weiteres, solides Wachstum.

Food-Sektor mit Stabilitätsbonus

Die Lebensmittelbranche zählt zu den weniger konjunkturanfälligen Wirtschaftsbereichen, die seit einigen Jahren von Beteiligungsgesellschaften als solide Portfoliobeimischung zunehmend wertgeschätzt werden. Als im Jahr 2008 bei dem Schweizer Foodservice-Unternehmen Kadi AG der Inhaber aus Altersgründen verkaufen wollte, wurde auch die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft ECM Equity Capital Management auf den Fall aufmerksam. In einer Art Auktionsverfahren bekamen von ECM verwaltete Fonds am Ende den Zuschlag, die Finanzierung setzte sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammen. Im Zuge eines Management Buy-outs (MBO) wurde in der Unternehmensführung Kontinuität gewahrt. „Uns hatte damals der Sektor Food besonders interessiert, da er eine hohe Stabilität mitbringt – sozusagen als Ausgleich zu so zyklischen Branchen wie beispielsweise Automotive und Maschinenbau, die in den Jahren bis 2008 einen regelrechten Boom erlebten“, sagt Carsten Schemmel, Director bei ECM.


CEO blieb an der Spitze

ECM brachte damals bereits Portfolioerfahrung im Food-Bereich mit – heute ist die Gesellschaft beispielsweise an der Maredo-Restaurantkette beteiligt. „Uns gefielen die starke Marke und die gute Marktstellung von Kadi im Schweizer Foodservice-Markt“, so Schemmel. Ein guter Cashflow sowie die Qualität des Managementteams hätten überzeugt. Im Rahmen der Nachfolgelösung wurden alle Anteile vom Eigentümer übernommen und das Management beteiligt. „Dies ist ein zentraler Baustein einer solchen Transaktion, um eine Interessengleichheit zwischen Investor und Management herzustellen“, erklärt Schemmel. Durch diesen MBO sollten die Manager nicht nur als Angestellte von einer positiven Unternehmensentwicklung profitieren, sondern auch als Aktionäre. Der heutige CEO Patrick Sievi war bereits in den Jahren vor der Übernahme geschäftsführend im Unternehmen tätig. Der Alteigentümer hatte sich zunehmend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen.

Fingerfood als Wachstumstreiber

Kadis Geschäftsmodell fußt auf zwei Bereichen: zum einen Kartoffelprodukte wie Pommes Frites und Rösti, zum anderen Fingerfood. Der erste Bereich ist das klassische Standbein des 1951 gegründeten Unternehmens und steht für etwa 75% des Umsatzes, wobei der Großteil mit Pommes Frites erzielt wird. Der Bereich Fingerfood wurde über die Jahre auf- und weiter ausgebaut. Begonnen hatte es mit einer Akquisition, die dann organisch weitergewachsen ist. „In diesem Trendthema ist Kadi heute gut positioniert und hat erhebliche Innovationskraft gezeigt“, sagt Schemmel. Seit der ECM-Übernahme sei der Bereich Fingerfood um rund 50% gewachsen – zum einen getrieben durch Produktinnovationen, zum anderen durch die Weiterentwicklung des Ende 2008 akquirierten Geschäfts mit Fisch-Knusperli.

Burger King als Kunde

Kunden von Kadi sind die Gastronomie sowie der Einzelhandel. Neben Snacks und Fingerfood hat sich auch der Kartoffelbereich gut entwickelt, wie Geschäftsführer Sievi berichtet. Man habe einige attraktive Neukunden gewonnen. So ist Kadi inzwischen Exklusivlieferant von Pommes Frites an die Schweizer Burger-King-Filialen. „Für die kommenden Jahre sehen wir attraktive Potenziale, Kadi weiterzuentwickeln“, so Schemmel. „Neben weiterem Umsatzwachstum ist durch diverse laufende Projekte eine Effizienzsteigerung in der Produktion geplant.“

Produktion verstärkt industriell

In den internen, betriebswirtschaftlichen Abläufen hat sich das Unternehmen laut Sievi deutlich verbessert. Die Produkte werden am Standort Langenthal in der Nähe von Bern hergestellt. Im Laufe der letzten Jahre seien Produktqualität und Herstellungsprozess auf einen höheren industriellen Standard gebracht worden. „Wir wollen durch zusätzliche Verbesserungen und Kostensenkungen in unserer Lieferantenkette unsere Ertragskraft weiter stärken“, sagt Sievi. Am Qualitätsbewusstsein soll sich aber ebenso wenig ändern wie an der Tatsache, dass die Produkte vorwiegend mit schweizerischen Rohstoffen hergestellt werden.

Bernd Frank
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Kurzprofil: Kadi AG
Gründungsjahr: 1951
Branche: Nahrungsmittel
Unternehmenssitz: Langenthal (Schweiz)
Mitarbeiterzahl: ca. 175
Umsatz 2011: über 60 Mio. CHF
Internet: www.kadi.ch