Personalführung in der Krise: Ist die Zielsetzung allen Beteiligten klar, wird die Restrukturierung eher von der Belegschaft mitgetragen.
Personalführung in der Krise: Ist die Zielsetzung allen Beteiligten klar, wird die Restrukturierung eher von der Belegschaft mitgetragen.

Mitarbeiter möchten in Restrukturierungssituationen schnell wissen, wie es weitergeht. Damit die Stimmung nicht kippt, ist es unerlässlich, einen entsprechenden Fahrplan für die Personalführung zu haben und diesen rasch zu kommunizieren. 

Wer kann bleiben, wer muss gehen, welche Bereiche sind betroffen, welche Sozial- und Umschulungsprogramme werden angeboten? In Sanierungs- und Restrukturierungssituationen benötigen Mitarbeiter Transparenz und müssen darüber informiert sein, was als Nächstes im Unternehmen passiert. In diesen Prozessen ist es wichtig, glaubwürdig und authentisch zu sein und nicht das Gefühl einer scheibchenweisen oder gar verschleierten Informationspolitik zu erzeugen. Das Management muss vermitteln, warum das Unternehmen in dieser Situation steckt, welche Ziele es erreichen will und dass konsequent gehandelt werden muss, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Der Personalleiter hat die Aufgabe, kreative Lösungsvorschläge zu erarbeiten und Ziele im Blick zu haben.

Perspektiven aufzeigen

Neben dem Personalabbau geht mit einer Restrukturierung auch häufig eine Vereinfachung der Strukturen einher. Es gilt diese klar herauszustellen, um frühestmöglich eine Perspektive für die Mitarbeiter aufzuzeigen, mit denen man das Unternehmen neu gestalten will. Die Gefahr bei tief greifenden Veränderungen ist groß, dass bei andauernder Unsicherheit auch Talente und Leistungsträger das Unternehmen verlassen. Diese könnten für den künftigen Erfolg maßgeblich sein. Diese Mitarbeiter haben es meist leicht, eine neue Herausforderung in einem anderen Unternehmen zu finden. Sie werden genau beobachten und abwägen, ob ihre Perspektiven nach erfolgter Neustrukturierung noch attraktiv sind.

Erste Maßnahmen, die dabei helfen, die Personalstärke zu reduzieren, klingen ganz einfach: Die Verantwortlichen wählen die Mitarbeiter aus, auf die sie künftig verzichten können, und fragen diese, ob sie das Unternehmen verlassen möchten. Diese sogenannten Trennungsgespräche sind für viele Personalleiter und Führungskräfte ein rotes Tuch. Allerdings ist eine effektive Personalsteuerung das Gebot der ersten Stunde und muss vom Personalleiter konsequent durchgesetzt werden. Nur so kann er die Restrukturierung vorantreiben und das Unternehmen effizienter gestalten. Betroffene Personen sollte er fragen, ob sie vielleicht freiwillig gehen möchten. Er kann ihnen etwa Möglichkeiten zu Vorruhestandsregelungen oder andere Interessenausgleiche anbieten. Immer im Blick behalten muss man dabei die Fragen, mit welchen personellen Herausforderungen in naher Zukunft zu rechnen ist und wie einzelne Unwägbarkeiten angegangen werden können, sodass für das Unternehmen die größtmögliche Flexibilität erhalten bleibt.