Einkauf als Renditehebel: Nach einem M&A-Prozess kann hier angesetzt werden.
Einkauf als Renditehebel: Nach einem M&A-Prozess kann hier angesetzt werden.

Viele Beteiligungsgesellschaften haben sich in den letzten Jahren zu regelrechten Experten für die Einkaufsoptimierung entwickelt. Projekte setzen sie inzwischen derart erfolgreich um, dass manch Unternehmer sich ein Beispiel nehmen kann.

Als operativer Geschäftsbereich bietet der Einkauf selbst in bereits stark optimierten Unternehmen noch hervorragende Möglichkeiten für Kostensenkungen: Bei produzierenden Unternehmen entfallen mehr als die Hälfte aller Kosten auf eingekaufte Produkte und Fremdleistungen. Hier können im Rahmen von Projekten zur Einkaufsoptimierung Einsparungen von bis zu zehn Prozent erreicht werden.

Einkaufsoptimierung rechnet sich

Die Einsparungen im Einkauf zeichnen sich zudem durch zwei Vorteile aus: Erstens verbessern sie das Betriebsergebnis unmittelbar, zweitens beschränken sie die Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit nicht. Denn Produkte, Organisations­einheiten und Mitarbeiter bleiben – anders als etwa bei Stellenkürzungen – unverändert erhalten. Wirklich nutzen kann diese Vorteile natürlich nur, wer das Einkaufen vollumfänglich beherrscht. Denn mit oberflächlichen Einkaufsoptimierungen ist heute in der Regel nicht mehr viel zu erreichen. Viele Mittelständler hierzulande erreichen in Sachen Einkaufleistung weniger als den möglichen Reifegrad. Und das bedeutet: Während Nachverhandlungen und Bündelungen bereits stark genutzt werden, stehen technische Optimierungen oder Lieferantenwechsel viel zu selten auf der Agenda.

Ohne Experten-Know-how geht es nicht

Dies nutzen einkaufsverständige Private-Equity-Gesellschaften und gehen gezielt in diese Bereiche hinein. Das dafür notwendige Fachwissen und die entsprechenden Ressourcen werden je nach aktuellem Bedarf extern hinzugekauft. Somit erweitern die Gesellschaften das Einkaufsspektrum beginnend von der Ausarbeitung der entsprechenden Einkaufsstrategien, weiter gehend mit dem Schaffen von Prozess-und Vertragsstandards bis zur Umsetzung von Zielkostenmanagement und Design-to-Cost-Ansätzen. Solche so genannten Best Practices reichen weit über das klassische Betätigungsspektrum des Einkaufs hinaus und beziehen auch Entwicklung und Produktion im Rahmen der Optimierungen mit ein. Dabei untersuchen die PE-Verantwortlichen zunächst alles, was grundsätzlich machbar wäre – und arbeiten sich dann von schnell umsetzbaren Vorhaben zu solchen mit längerer Laufzeit vor.