Viele Stränge zusammenweben: Diversity Management sucht nach den richtigen Menschen (© fotolia/imaginando)
Viele Stränge zusammenweben: Diversity Management sucht nach den richtigen Menschen

Nehmen Unternehmen Diversity ernst, sehen sie Talent nicht als Frage des Alters, des Geschlechts oder der Berufsausbildung. Beim Führungskräftenachwuchs sollten sie auch Quereinsteiger ins Auge fassen.

Bei der Identifizierung von Talenten hilft im Unternehmensalltag die Unterscheidung zwischen Kompetenz und Potenzial. Kompetenzen sind bereits ausgebildete Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die einen Mitarbeiter zur Ausübung einer beruflichen Aufgabe qualifizieren. Potenzial hingegen bedeutet, dass die Voraussetzung gegeben ist, bestimmte, noch nicht vorhandene Kenntnisse, Fertigkeiten oder Fähigkeiten für eine bestimmte berufliche Aufgabe auszubilden. Talente sind daher alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei denen gute Potenziale für herausfordernde Aufgaben – meist Führungs- oder Managementaufgaben, aber nicht ausschließlich – gesehen werden, ohne dass alle Kompetenzen für die zukünftigen Aufgaben schon ausgebildet sind. Potenzial bedeutet dabei auch eine schnelle Lernfähigkeit. Bei der Zuordnung in die Gruppe „Talente“ und im Rahmen eines Diversity Managements ist das Potenzial also deutlich wichtiger als die bereits vorhandene Kompetenz.

Diversity sucht nach dem Menschen

Es gibt aber noch zwei weitere Gründe, Diversity ernstzunehmen und den Begriff des Talents weiter zu fassen als bisher üblich: Motivation und Emotion. Talente zeigen einen ausgeprägten Leistungs- und Erfolgswillen, gepaart mit einem hohen Maß an Disziplin und ausgeprägtem Spaß an der Ausübung ihrer Sache. Menschen, die neben einem Mindestmaß an Kompetenz alle drei Eigenschaften mitbringen – Potenzial, Motivation und Emotion –, sollten daher als Talente gefördert werden.

Dieser Ansatz vermeidet eine zu starke Einengung von Kandidaten und bereits vorhandenen Mitarbeitern – und damit einen Kardinalfehler im Talentmanagement. Denn sonst fallen viele Fachkräfte, die für die Weiterentwicklung eines Unternehmens wichtig sind, durchs Raster. Ein weiterer Vorteil ergibt sich mittelfristig von allein: Eine Führungsriege, die unter Diversity-Aspekten zusammengesetzt ist, bringt ein breites Spektrum an Kompetenzen und Erfahrungen mit. Ob Frauen, ältere Mitarbeiter, Quereinsteiger oder Menschen mit Migrationshintergrund – Talente im oben beschriebenen Sinne finden sich fast überall.