Seit der Einführung des ESUG im März 2012 gewinnt die Eigenverwaltung als Sanierungsinstrument stetig an Bedeutung. Auch wenn sie – gemessen an der Gesamtzahl von Insolvenzen – bundesweit noch relativ verhalten Anwendung findet, gehen mit ihr verschiedene Neuerungen einher, die in den vergangenen Jahren in aller Breite diskutiert wurden. Eine davon betrifft die Rollenverteilung – und die Kommunikation. 

Empfehlungen für die Eigenverwaltungskommunikation

Wie organisiert man die Kommunikation nun richtig? Grundsätzlich gibt es hierbei keinen richtigen oder falschen Weg. Entscheidend ist allerdings, einige Grundregeln einzuhalten.

Bereits bei der Vorbereitung der Eigenverwaltung sollte das Thema Kommunikation mit auf der Agenda von Geschäftsführung und Restrukturierungsteam stehen. Dabei sollten nicht nur die Fragen beantwortet werden, wann und was kommuniziert wird. Es ist auch wichtig, im Vorfeld zu klären, wer welche Rolle in der Kommunikation mit den wesentlichen Beteiligten – wie Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden – einnimmt.

Inhaltlich geht es vor allem darum, dass im Restrukturierungskurs – auch wenn letztlich mehrere Akteure nach innen und außen kommunizieren – mit einer Stimme gesprochen wird. Verschiedene, gegenläufige Aussagen verunsichern und gefährden den eingeschlagenen Sanierungskurs unter Umständen. Die Botschaften sollten daher untereinander abgestimmt sein. Aussagen von Geschäftsführung und Restrukturierungsexperten dürfen sich nicht widersprechen. Fragen- und Antwortenkataloge (Q&A) helfen, grundlegend eine Einigkeit darüber zu schaffen.

Die Person des Sachwalters sollte in die Überlegungen der wesentlichen Stakeholderkommunikation miteinbezogen werden. Als eine vom Amtsgericht bestellte Kontrollinstanz ist er immer auch eine neutrale Institution, zu der die wesentlichen, von der Restrukturierung betroffenen Beteiligten ein gewisses Maß an Vertrauen haben.

Leitfaden für das kommunikative Set-up

Für eine erfolgreiche Kommunikation in der Eigenverwaltung ist es erforderlich, sich im Vorfeld über folgende Punkte mit allen Akteuren abzustimmen.

  • Aufgabenverteilung: Wer sollte in der aktuellen Situation mit wem sprechen? Wer übernimmt die Koordination aller Kommunikationsaktivitäten?
  • Kommunikationsplan: Welche kommunikativen Maßnahmen sollen den Restrukturierungskurs zu welcher Zeit begleiten?
  • Sprachregelung: Welche Antworten passen auf die von innen und außen zu erwartenden Fragen? Was sind die wesentlichen, für den Restrukturierungskurs zu kommunizierenden Botschaften?

Zur Person

Thomas Feldmann (© privat)
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Thomas Feldmann ist Kommunikationsberater und unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen in erfolgskritischen Situationen. Tätigkeitsschwerpunkt seiner Arbeit ist die kommunikative Begleitung von Restrukturierungen, Sanierungen und Insolvenzen. www.feldmann-kb.de