Seit einiger Zeit wird erneut unter dem Stichwort „Basel“ die Situation der Kreditvergabe an und der Verfügbarkeit von Kapital für kleine und mittlere Unternehmen diskutiert. Wenngleich die Neuerungen von „Basel III“ im Vergleich zur Vorgängerversion „Basel II“ weniger für produzierende Unternehmen denn für die Finanzbranche relevant ist, so wird doch deutlich, dass gerade viele kleine und mittlere Unternehmen, die „KMUs“, in ihrem Management des Finanzwesen professioneller werden müssen.

Eine Kreditvergabe an Unternehmen basiert heute, aufgrund der Vorschriften bei Banken und Sparkassen, unweigerlich auf einem Rating. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Ratings ist die Fähigkeit von Unternehmer und Management, das Geschäftsrisiko zu erkennen und zu steuern. Ein situationsangepasstes und unternehmensgrößenadäquates Unternehmensrisiko-Management-System, oder, wie in der überwiegend englischsprachigen Literatur, Enterprise Risk Management System („ERM“), ist für den Ratingprozess unerlässlich, wenngleich auch nicht allein ausreichend. Ein weiterer Aspekt ist das Thema „Compliance“, also das Befolgen rechtlicher Vorschriften und Rahmenbedingungen im umfassenden Sinn. Hier kann mangelndes Risikomanagement zu einer unmittelbaren Existenzbedrohung für Unternehmen, Unternehmer und Führungskräfte werden. Beispiele für hohe Bußgelder, strafrechtliche Verfolgung und Verurteilung von Personen und Ausschluss von Märkten bietet die Presse derzeit zu Hauf.


Mittlerweile bietet die Industrie hierzu auch ausgefeilte IT-gestützte Systeme an. Diese sind von Umfang und Funktionalität typischerweise extensiv angelegt und für viele große Unternehmen und Konzerne die Lösung der Wahl. Für das typische KMU jedoch sind solche Systeme nicht nur in Anschaffung und Wartung, sondern auch im alltäglichen Handling zu umfangreich, zu teuer und zu (Personal-) ressourcenintensiv. Es gilt also, eine Lösung zu finden, welche die Ressourcen und Kapazitäten eines KMU nicht überstrapaziert:

1. Sie sollte einfach und schnell zu installieren sein,
2. sie sollte (Unternehmens-) umfassend und flexibel sein und
3. sie sollte als Basis für die Weiterentwicklung und eventuell spätere Installation eines IT gestützten Systems dienen können.

Im Folgenden versuchen wir, ein solches System, das den oben genannten Anforderungen gerecht wird, zu skizzieren. Nachdem sich unser Ansatz in einigen Bereichen auf die angelsächsische Literatur stützt, haben wir die gängigen englischen Bezeichnungen in Klammern beigefügt.