Es geht – zwar nicht schnell und kräftig, aber immerhin – wieder aufwärts. Doch bevor sich das zarte Pflänzchen eines Aufschwungs weiter entfalten kann, trüben hohe Staatsschulden in Europa und den USA, schwindendes Vertrauen in den Euro und sinkende Börsenkurse die Stimmung.

Das zeigt deutlich: Obwohl das annus horribilis 2009 hinter uns liegt, ist der Restrukturierungsbedarf zahlreicher Unternehmen noch nicht gedeckt. Nachdem in einem ersten Schritt Produktionskapazitäten reduziert, Kosten gesenkt sowie Forderungen und Verbindlichkeiten optimiert wurden, gilt es nun, weiter an Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen zu arbeiten. Nach einer erfolgreichen „heißen“ Restrukturierungsphase ist es wichtig, den Blick jetzt nach vorne zu richten und den Fokus wieder auf umsatzsteigernde und ergebnisverbessernde Maßnahmen zu setzen.
Auch Unternehmen, die die Krise unbeschadet überstanden haben, sollten das eigene Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen. Eine Politik des Stillhaltens und Abwartens ist sicher der falsche Weg.


Die Gefahr, erst nach der eigentlichen Krise zum Restrukturierungsfall zu werden, ist groß – besonders für Unternehmen, deren Eigenkapitaldecke und Kapitalreserven im vergangenen Rezessionsjahr aufgezehrt worden sind. Denn der Aufschwung erfordert zunächst Liquidität, neue Aufträge müssen vorfinanziert werden. Das ist nicht einfach. Bereits 2009 hat sich die Finanzierung durch Banken merklich erschwert, sie haben Sicherheiten und Konditionen nachverhandelt. Und auch 2010 sind die Geldinstitute nicht gerade freizügig bei Neukrediten – viele Firmen wurden in der Bonität herabgestuft.

Familienunternehmer und Mittelständler dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen zu meistern, ist Ziel der Ausgabe „Turnaround 2010 – Wege aus der Krise“. Sie beleuchtet die wichtigsten Instrumente und Prozesse bei Restrukturierung und Sanierung und zeigt aktuelle Markttrends auf. Im Mittelpunkt steht dabei wieder der Unternehmer, der in Form von Interviews, Fallstudien oder kritischen Gastkommentaren selbst zu Wort kommt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine inspirierende und Gewinn bringende Lektüre!

Markus Hofelich