Die „Fachkraft Chef“ wird immer mehr zum Engpassfaktor beim Generationswechsel, ist Ergebnis eines DIHK-Reports zur Unternehmensnachfolge. „Inzwischen hat bereits mehr als jeder dritte Unternehmer große Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger zu finden“, erklärt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Dieser Lücke an der Spitze fielen allein 2010 rund 1.800 Firmen mit insgesamt mehr als 23.000 Arbeitsplätzen zum Opfer. Erschwerend hinzu kommt die demografische Entwicklung.
Die Gründe dafür sind vielschichtig: häufig fehlt den potenziellen Nachfolgern die notwendige Qualifikation, andere unterschätzen die Anforderungen und die große Verantwortung, die eine Übernahme mit sich bringt. Weitere Hemmnisse liegen in der Finanzierung, der Erbschaftsteuer, oder in überzogenen Preisvorstellungen der Unternehmer.


Fast jeder zweite Firmenlenker möchte seinen Betrieb gerne an ein Familienmitglied übergeben. Aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen häufig auseinander, denn eine familieninterne Lösung ist nur bei etwas mehr als jedem dritten Unternehmen der Fall. Für die Zukunftsfähigkeit von Firmen liegt der entscheidende Erfolgsfaktor darin, genau den richtigen Nachfolger zu finden, und zwar hinsichtlich Qualifikation, Ausbildung und Erfahrung. Daher sollte der Senior auch Alternativen wie etwa den Verkauf an einen vertrauten Mitarbeiter, einen Existenzgründer, einen strategischen Käufer oder einen Finanzinvestor in Betracht ziehen.
Heute dauert eine Betriebsübergabe im Schnitt drei Jahre. „In Zukunft werden Unternehmer noch frühzeitiger mit der Suche beginnen müssen“, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Ohnehin sollte der Nachfolgeprozess von langer Hand und sorgfältig vorbereitet werden, die Komplexität wird häufig unterschätzt. Je früher mit der Planung begonnen wird, desto besser.

Markus Hofelich war von 2006 bis 2013 Chefredakteur der Unternehmeredition.