Die Regelung der Nachfolge bedeutet für fast jeden Unternehmer Stress. Er hat Angst vor Interessenkonflikten zwischen möglichen Erben, ihn treibt die Sorge, ob der ausgewählte Nachfolger wirklich die nötige fachliche und persönliche Eignung mitbringt. Doch der Stress lässt sich verringern indem der Unternehmer die familieninterne Nachfolgeregelung durch einen Beirat begleiten lässt.

Die Ergebnisse der neuesten BfUN-Studie sind deutlich: Mehr als jedes zweite mittelständische Unternehmen hat bereits einen Beirat installiert. Und von den noch beiratslosen Unternehmen plant immerhin fast jedes dritte, ein solches Gremium einzurichten.

Diese Werte zeigen die hohe Bedeutung, die solche Gremien in mittelständischen Unternehmen inzwischen erlangt haben. Auch die personelle Besetzung belegt, dass Beiräte längst über den Status unverbindlicher Freundeskreise hinausgewachsen sind. Im Durchschnitt haben sie vier Mitglieder, und entgegen landläufiger Meinung dominieren personell nicht die Eignerfamilien. Die überwiegende Zahl der Gremienmitglieder sind externe Persönlichkeiten. Es hat sich offenbar die Erkenntnis verbreitet, dass ein Beirat vor allem Wissen, Erfahrungen und Netzwerke einbringen soll, die bisher so nicht im Anteilseignerkreis vorhanden sind. Nur auf diese Weise kann der Beirat einen echten Nutzen stiften – dies gilt insbesonders für ein Beiratsgremium, das die unternehmerische Nachfolge begleiten oder gar gestalten soll.

Unterstützer für die Nachfolge

Einer der häufigsten Gründe für die erstmalige Einrichtung eines Beiratsgremiums ist der Nachfolgeübergang: Steht der Generationswechsel an, beruft der Senior einen Beirat und wird selbst Mitglied oder Vorsitzender. Ein logischer Schritt: Der Senior kann weiterhin seine Erfahrungen und Kontakte einbringen, er betreut und begleitet – unterstützt von seinem Beirat –

den Übergangsprozess und dadurch fällt ihm das Loslassen, das vielen Unternehmern nicht gelingt, leichter. Zudem steht dem Nachfolger ein kompetentes Gremium zur Seite, das ihn in der Startphase berät.

Hier taucht allerdings ein Problem auf: Der Beirat sollte nicht erst kurz vor der Übergabe des operativen Geschäfts berufen werden. Denn bereits vorher sind viele Weichen zu stellen, auf die ein Beirat positiv einwirken kann. Viele Probleme bei der Nachfolgeregelung lassen sich häufig auf drei Kerne eingrenzen: hohe Komplexität des Gesamtprozesses, mangelhafte Kommunikation und hohe Emotionalität zwischen den Akteuren. Die hieraus resultierenden Konflikte können zwischen den Generationen, aber auch zwischen Geschwistern, Gesellschafterstämmen oder zwischen operativ tätigen und nicht tätigen Gesellschaftern entstehen. Und sie können ein ganzes Unternehmen lähmen.