Der Ausfall der Unternehmerperson – zeitweise oder gar für immer – ist eine der größten Bedrohungen für jedes Unternehmen. Zumindest dann, wenn der Unternehmer es vorher unterließ, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Eine Analyse der Risiken zeigt die Bedeutung frühzeitiger Planung auf. 

Die Befragung hat ergeben, dass Unternehmer gleichwohl präzise Vorstellungen haben, wann sie das Unternehmen verlassen und wer es übernehmen soll. Mehr als zwei Drittel möchten das Unternehmen noch vor Erreichen ihres 65. Lebensjahres an einen Nachfolger übergeben. Die familieninterne Nachfolge durch Kinder rangiert hier bei knapp der Hälfte an erster Stelle. Die Familie nicht frühzeitig einzubeziehen kann jedoch zur Folge haben, dass diese Pläne scheitern, weil die Kinder einen anderen Weg einschlagen.


Detailfragen zu klären braucht Zeit

Mit der Nachfolge sind unzählige Detailfragen verbunden. Um Risiken zu minimieren, bedarf es viel Zeit und guter Vorbereitung: Welche Voraussetzungen muss der Nachfolger überhaupt erfüllen? Hat das Unternehmen Schwachpunkte, die sich beseitigen lassen, um es für einen Nachfolger attraktiver zu machen (Angebot, Betriebsausstattung, Rentabilität, Finanzen, Mitarbeiter, Führung und Arbeitsabläufe)?

In welcher Form soll die Unternehmensübergabe erfolgen (beispielsweise Verkauf gegen Einmalzahlung, Verpachtung, Übertragung gegen Zahlung einer betrieblichen Rente)? Wie lassen sich Forderungen aus der Form der Unternehmensübergabe absichern? Zwei von fünf Unternehmern sehen laut Befragung für sich selbst einen erheblichen Bedarf an professioneller Beratung.

Fazit

Für die Generation der Babyboomer ist die Rente in Sichtweite. Auch Zehntausende Unternehmer werden sich in den kommenden Jahren in den Ruhestand verabschieden – so viele wie nie. Dieser Sachverhalt rückt die Nachfolgeplanung unweigerlich in den Fokus der Betrachtung. Sie sollte möglichst frühzeitig einsetzen und auch unvorhergesehene Notfälle einbeziehen. Die schlechteste aller Möglichkeiten ist es, wenn die Nachfolge einfach passiert und gesetzliche Regelungen greifen müssen.


Zur Person

Als geschäftsführender Gesellschafter der Peer Boards Deutschland GmbH & Co. KG holte Frank Kolbe 2013 das Unternehmer-Coaching-System von The Alternative Board (TAB) aus den USA nach Deutschland. In moderierten Unternehmerboards bietet das Unternehmen Entscheidern in ganz Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und eine gegenseitige Beratung auf Augenhöhe. Auch die Themen Notfall und Nachfolge stehen hier immer wieder auf der Tagesordnung. The Alternative Board hat vom 17. September bis 12. November 2018 insgesamt 165 Inhaber von KMU online befragt.

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