Bäckermeister mit Lehrling.
Bäckermeister mit Lehrling: Nach 30 Jahren fällt es jedem Unternehmer schwer, loszulassen.

Eines vorab: DAS Patentrezept für die erfolgreiche Umsetzung einer Unternehmensnachfolge gibt es nicht. Kann es nicht geben – jedes Unternehmen ist einzigartig, hat seine eigene Geschichte und einen individuellen Zuschnitt auf die Unternehmerpersönlichkeit. 

Wichtig ist, dass der Unternehmer bei der Realisierung seiner Nachfolge gemeinsam mit einem Eigenkapitalinvestor tatsächlich auch eine ganz spezifische Lösung angeboten bekommt. Das funktioniert umso besser, je früher ein mit Nachfolgethematiken vertrauter Gesellschafter an Bord geholt wird.


Nach 20 oder gar 30 Jahren an der Spitze des eigenen Unternehmens die Geschäftsführung loszulassen und selbst einen operativen Nachfolger zu suchen, dürfte wohl jeder Unternehmerpersönlichkeit sehr schwerfallen. Die Gefahr ist groß, dass diese Entscheidung nicht objektiv genug getroffen und damit die Chance auf eine optimale Besetzung verpasst wird. Ein guter Eigenkapitalinvestor kann hierbei unterstützen – am besten, wenn er möglichst schon dann hinzugezogen wird, wenn eigentlich noch gar nichts entschieden ist.

Denn es geht nicht nur darum, gemeinsam die richtigen neuen Führungskräfte zu finden – allein dies kann bis zu einem guten Jahr dauern. Es müssen wichtige Prozesse sowie das Reporting überprüft und erst einmal angepasst werden. Dies ist eine umso größere Herausforderung, je stärker das Unternehmen bisher rein auf den Senior zugeschnitten war. Dies ist für die Vergangenheit keinesfalls negativ zu werten, da gerade solche Strukturen im deutschen Mittelstand hocheffizient und erfolgreich sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nachfolger gefunden wird, der genau in diese Lücke passt, ist allerdings gering. Daher müssen Steuerungs- und Controllingprozesse in der Regel angepasst werden und der Nachfolgeprozess gegenüber der Belegschaft und in der Region kommuniziert werden.

Zeit gewinnen für die Nachfolgerwahl

Mit klaren Strategien und Zielen sowie zeitlicher Flexibilität bei der Stabübergabe finden die Generationen leichter zueinander. Denn auch der Nachfolger hat hohe Erwartungen. Zu denen gehört eine möglichst weit gehende unternehmerische Handlungsfreiheit. Sie sorgt dafür, dass auch kleine Unternehmen für gut ausgebildete und erfahrene Manager äußerst attraktiv sein können. Eigenkapitalfinanciers, die zeitlich flexibel agieren können, begleiten einen solchen Prozess, falls nötig über die üblichen vier bis sechs Jahre hinaus. Das ist genug Zeit, damit ein möglicher Nachfolger aus der Familie notwendige Ausbildungsschritte absolvieren kann, bevor er die Verantwortung übernimmt. Diese Zeit reicht auch, um einen guten Kandidaten aus dem Unternehmen oder von außen zu suchen und für die neue Aufgabe aufzubauen. Das Kontaktnetzwerk des Eigenkapitalfinanciers und seine Beratung als unternehmerisch erfahrener Sparringspartner können dabei helfen, den geeigneten Nachfolger zu finden und ausreichend einzuarbeiten.